So bleibt der Keller trocken
Ein Keller ermöglicht zusätzliche Wohn- und Nutzfläche auf geringem
Grund. Allerdings kriegt solch ein Untergeschoss schnell nasse Füße. Das
Immobilienportal Immowelt.de zeigt, wie Feuchtigkeit und Kälte draußen
bleiben.
Damit
der Keller als großzügiges Kinderzimmer oder zusätzlicher Arbeitsraum
Freude macht, ist vor allem auf zwei Dinge zu achten: die Abdichtung
gegen Feuchtigkeit von außen sowie der Wärme- und Tauwasserschutz. Denn
nur wenn hier keine Fehler begangen werden, bleibt der Keller dauerhaft
trocken, berichtet Immowelt.de.
Abdichtungssysteme müssen an die Bedingungen des Bodens angepasst
werden, will man im Keller nicht mit nassen Füßen oder einem muffigen
Geruch leben. Es empfiehlt sich, vorab ein Baugrundgutachten anfertigen
zu lassen, in dem die Art der Abdichtung des Hauses empfohlen wird, rät
Immowelt.de. So erfährt man, ob eine "Abdichtung des Kellers gegen
nichtdrückendes Wasser" reicht, wie es Hausbau- und Fertighausfirmen
meist in ihren Baubeschreibungen vorsehen oder ob mit Mehrkosten zu
rechnen ist.
Andere Gründe für einen modrigen Keller können aber auch zu seltenes
Lüften oder eine unzureichende Wärmedämmung sein, ergänzt Immowelt.de.
Befinden sich dort Wohnräume, gelten die gesetzlichen
Wärmeschutzanforderungen. Eine gute Dämmung verhindert das Schwitzen von
Wänden und Decken – und damit auch Schimmel. Wie dick die Dämmung sein
muss, ergibt sich aus dem gesetzlich vorgeschriebenen Nachweis des
Jahresprimärenergiebedarfs. Daneben sind für einen Ausbau weitere
baurechtliche Auflagen wie ausreichender Lichteinfall und die
Mindestraumhöhe von 2,30 Metern einzuhalten.
Bild: Damit der Keller auch wirklich zum Kinderparadies wird, muss er
gut abgedichtet und gedämmt sein.
Foto: BetonBild
Pressedienst immowelt.de
vom 02.09.10
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Bei jedem Grund-, Quell, -Schicht- oder Hangwasser ist die Planung
der Gebäudeabdichtung eine der wichtigsten Aufgaben für die Errichtung eines Bauwerkes.
Der folgende Beitrag vergleicht deshalb die verschiedenen Wannen-Abdichtungen für erdberührte Bauteile. Er soll eine kurz gefasste Entscheidungshilfe bei der Auswahl der
erforderlichen Abdichtungsart sein und zeigt deshalb nur die wesentlichen Unterschiede der
am häufigsten verwendeten Abdichtungsarten auf.
Schwarz, weiß, braun:
Welche Wanne ist für welche Abdichtung die Richtige?
In der Abdichtungstechnik wird derzeit zwischen zwei Grundtypen
unterschieden:
Hautabdichtungen, bei denen erdseitig auf die Konstruktion aufgebrachte Materialien
das Eindringen von Feuchtigkeit verhindern sollen. Da in der Vergangenheit fast
ausschließlich bituminöse Stoffe verwendet wurden, hat sich für diesen Typ auch der
Begriff Schwarze Wanne durchgesetzt. In jüngster Zeit werden auch Abdichtungsstoffe auf
Kunststoffbasis verwendet.
Starre Abdichtungen, bei denen die Tragkonstruktion selbst neben der ihr eigentlich
zugedachten Funktion der Lastabtragung auch die Abdichtungsaufgaben übernimmt. Zur
Herstellung der hierzu erforderlichen wasserundurchlässigen Betone werden häufig
Hochofenzemente verwendet, die sehr hell aussehende Baustofte ergeben. Diesem
Erscheinungsbild verdankt das so genannte
"Betonquerschnitts-Abdichtungsverfahren" den Namen Weiße Wanne. Es sei nebenbei
erwähnt, dass auch zusätzliche , erdseitig aufgebrachte Putze und Schlämme die Funktion
der Abdichtung übernehmen können. Dieses Verfahren ist jedoch kaum verbreitet oder wird
als Ergänzung zur Weißen Wanne verwendet.
Eine weitere altbekannte, jedoch in Vergessenheit geratene und jetzt wieder entdeckte Form
der Abdichtung stellt die Bentonit-Abdichtung dar. Hierbei handelt es sich um eine
Hautabdichtung, bei der die mit Feuchtigkeit in Berührung kommenden Bauteile wie Wand und
Boden erdseitig in Bentonitbahnen gehüllt werden. Bentonit ist ein natürlich
vorkommender, hochquellfähiger Ton, der bereits in geringer Schichtdicke eine stark
abdichtende Wirkung gegenüber Wasser besitzt. Aufgrund seiner braunen Färbung bezeichnet
man diese Form der Abdichtung folgerichtig als Braune Wanne.
Während in den USA bereits seit vielen Jahren Gebäude mittels Bentonit vor dem Zutritt
von Grundwasser geschützt werden, wird dieser Baustoff bei uns bisher vorwiegend im
Deponiebau verwendet. Erst durch die Idee, Bentonit in Bahnen herzustellen und zu
verlegen, gewinnt dieses Material für die Gebäudeabdichtung wieder an Bedeutung. Ein
Vertreter dieser Abdichtungsart ist das Produkt FraDimat der Firma Max Frank GmbH + Co.
KG, Leiblfing. Dieses Erzeugnis wird durch Vorhydrieren (Vorbefeuchten) von Bentonit
hergestellt. Durch das patentierte Verfahren entsteht ein extrem hoch dichtender,
plastischer Bentonit-Ton. FraDimat wird beidseitig durch Geotextilien geschützt und
garantiert hierdurch eine gute Handhabung. Der Baustoff weist neben dem sehr hohen
Quellvermögen eine sehr gute mechanische Beständigkeit auf. Die Dichtwirkung bleibt auch
bei wiederholtem Frost-, Tau- und Trocken/Nass-Wechsel erhalten. Er ist beständig gegen
chernische Angriffe und biologisch nicht abbaubar.
Grundsätzliche Überlegungen zur Wahl der Abdichtungsart
Grundsätzlich ist es nicht möglich, eine Abdichtungsart als gut oder als schlecht zu
bezeichnen. Ein Gebäude ist eine Einzelanfertigung und als solche den Unwägbarkeiten der
erstmaligen Ausführung ausgesetzt. Gerade dieser Aspekt ist auch bei der Wahl der für
das jeweilige Gebäude richtigen Abdichtungsart zu berücksichtigen.
Erst dann, wenn die Beanspruchung des Bauwerkes durch Wasser und Wasseranfall sowie die
tatsächlich vorgesehene Nutzung bekannt sind, kann der Planer in Zusammenarbeit mit dem
Sonderfachmann Art und Ausführung der entsprechenden Abdichtungsart festlegen.
Die Hauptaufgabe besteht darin, die Art der Abdichtung an den Gebäudecharakter und die
sich hieraus ergebenden Erschwernisse anzupassen. Planung, Ausführung und Überwachung
von Abdichtungsarbeiten müssen ernst genommen werden, auch wenn diese nur einen geringen
Prozentsatz der gesamten Baukosten ausmachen.
Statistisch belegt gehen 40 Prozent der Gesamtschäden im Bau auf Unzulänglichkeiten bei
der Planung und 40 Prozent auf falsche Ausführung zurück. Der planende, ausführende und
überwachende Ingenieur hat sich daher gerade bei der Wahl der ,,passenden"
Abdichtungsart mit einer Vielzahl von Fragen und Überlegungen auseinander zu setzen. Erst
deren Beantwortung, eine angemessene Planung der bauwerksbezogenen Anforderungen und eine
sorgfältige Bauausführung ergeben ein schadensfreies, funktionsfähiges Bauwerk.
Auch die bisher genannten Abdichtungsarten - Schwarze Wanne, Weiße Wanne, Braune Wanne -
können nicht generell als geeignet oder ungeeignet für ein Bauvorhaben angesehen werden.
Erst das Zusammenspiel zwischen Architekt, Tragwerksplaner und Baugrundsachverständigem
kann dazu führen, Risiken zu minimieren und unwirtschaftliche Lösungen zu vermeiden.
Durch eine allgemeine Kooperation lässt sich die Abdichtungsart festlegen, die den ihr
zugedachten Zweck am besten erfüllt.
Die spätere Nutzungsart ist für die Planung entscheidend
Oftmals hat ein Bauherr während der Planungsphase noch keine konkreten Vorstellungen von
der späteren Nutzung seines Kellergeschosses. Auch spätere Nutzungsänderungen sind
nicht ausgeschlossen. Die Frage nach der Nutzung ist solange bedeutungslos, wie im
Kellerbereich kein Wasser ansteht. Ist dies jedoch der Fall, ist die spätere Nutzung von
entscheidender Bedeutung für die Auswahl der richtigen Abdichtungsart.
Während bei der Schwarzen Wanne praktisch kein Feuchtetransport von außen nach innen
stattfindet und der Keller staubtrocken bleibt, ist eine Weiße Wanne aus
wasserundurchlässigem Beton (WU-Beton) entgegen einer weit verbreiteten Meinung nicht
wasserdicht.
Ungerissener Beton besitzt einen Durchlässigkeitswert K(f)< 10(-16) m/s, ist jedoch
völlig rissefrei nicht herstellbar. Hierauf und auf die Konsequenzen daraus sollten
gerade Planer einen Bauherr in jedem Fall hinweisen. Bei Bauteilen aus WU-Beton findet ein
Feuchtetransport durch Dampfdiffusion und kapillare Wasserwanderung statt, der jedoch bei
entsprechender Konstruktion so gering ist, dass auf der Innenseite mehr Wasser verdunstet
als von außen nachtransportiert wird.
Das Bauteil bleibt oberflächlich trocken. Falls keine entsprechende Zwangslüftungen
vorgesehen sind, erfolgt jedoch eine langsame Erhöhung der relativen Luftfeuchte im Raum.
Dies ist bei der Nutzung der Räume zu berücksichtigen. Für die Planung und Ausführung
bedeutet es, dass Weiße Wannen so zu konstruieren sind, dass das diffundierende Wasser
sicher und schadensfrei verdunsten kann. Hierzu ist sicherzustellen, dass die Luft an den
betroffenen Flächen ,,entlangstreichen" kann. Wird dies durch nicht aufgeständerte,
unbelüftete Fußböden, durch luftdichte Beläge oder durch Einbauten verhindert, fällt
an den betroffenen Stellen Wasser aus und es kommt zu optisch sichtbaren Feuchteschäden.
Bentonitabdichtungen sind wie Weiße Wannen als wasserundurchlässig einzustufen. Aufgrund
der sehr geringen Wasserdurchlässigkeit (FraDimat besitzt einen Durchlässigkeitswert von
K(f) < 10(-12) m/s ) ist die Diffusion jedoch erst bei sehr hohem Druckgefälle von
Bedeutung. Die diffundierende Wassermenge ist aufgrund des niedrigen
Durchlässigkeitsbeiwertes so gering, dass die Feuchtigkeit normalerweise schadensfrei
verdunsten kann. Eingehende Kenntnisse des Baugrundes und der Wasserverhältnisse sind
generell entscheidend für die Qualität einer Planung.
Die Baugrund-Verhältnisse muss der Planer genau kennen
Gerade zur Auswahl der Abdichtungsart müssen die Baugrund- und Grundwasserverhältnisse
eingehend erkundet werden. Neben der Art der Wassereinwirkung (drückend, nicht
drückend), dem höchstmöglichen Grundwasserstand und den Baugrundverhältnissen ist die
Bestimmung des chemischen Angriffsgrades des Wassers von entscheidender Bedeutung für die
Dauerhaftigkeit der Abdichtung.
Auch die Frage, ob Kellergeschosse ständig im Wasser stehen oder in der Wasserwechselzone
zu liegen kommen, ist für die Wahl des Andichtungssystems von größter Bedeutung. Ein
großer Vorteil von Hautabdichtungen (Braune Wanne, Schwarze Wanne) gegenüber starren
Abdichtungen ist darin zu sehen, dass der tragende Betonquerschnitt nicht unmittelbar mit
aggressivem Wasser in Berührung gelangt. Durch die Abdichtung wird das betonaggressive
Medium vom tragenden Bauteil fern gehalten. Besondere Anforderungen an die Betongüte, die
Betondeckung und die Ausführung der Tragkonstruktion bestehen nicht, da die Abdichtung an
sich chemisch beständig sein muss.
Zu erwähnen ist, dass FraDimat die Forderung nach chemischer Beständigkeit und
verhindertem lonenaustausch in hohem Maß ohne Einschränkung der Funktionsfähigkeit
erfüllt.
Wetterverhältnisse können Termine durcheinander bringen
Erfahrungsgemäß werden die Abdichtungsarbeiten von Bauwerken zu einem Zeitpunkt
ausgeführt, zu dem Probleme aus ungünstigen Witterungsverhältnissen entstehen können.
Da sie am Beginn der Rohbauarbeiten liegen, fallen Abdichtungsarbeiten sehr häufig auf
Frühjahr oder Herbst verbunden mit den dort oftmals unsicheren Wetterbedingungen.
Während Braune und Weiße Wannen relativ witterungsunabhängig sind, ist bei schwarzen
Abdichtungen zu beachten, dass sie auf nassem oder feuchtem Untergrund oder bei
Regenwetter nicht ausgeführt werden können. Außerdem werden die klassischen
Abdichtungsverfahren fast ausschließlich von Spezialisten durchgeführt, die hinsichtlich
ihrer Gewerke höchste Ansprüche an günstige Witterungsvoraussetzungen stellen. Aus
diesen Gründen bleibt es oftmals nicht aus, dass sich bei ungünstigen
Wetterverhältnissen größere Zeitverschiebungen in der Terminplanung eines Bauvorhabens
ergeben können.
Im Gegensatz dazu können Braune und Weiße Wannen selbst bei Tau, Regen oder geringem
Frost hergestellt werden. Der Untergrund muss nach einem Regenschauer nicht abtrocknen,
die Restfeuchte der Betonkonstruktion ist ohne Auswirkung auf die weiteren Arbeiten.
Hinsichtlich Kosten und Terminen besteht weitestgehend Planungssicherheit.
Jede Wannen-Art hat ihre eigenen zeitlichen Ansprüche
Die drei zur Diskussion stehenden Abdichtungsarten haben recht unterschiedliche
Auswirkungen auf die Dauer einer Baumaßnahme. Schwarze Abdichtungen erfordern zu ihrer
Herstellung günstige Witterungsverhältnisse. Regen, Schnee, Tau, Restfeuchte im Beton
und Feuchtigkeit im Allgemeinen können die Qualität der Abdichtung bei dieser
Ausführungsart sehr schnell verschlechtern.
An die Tragkonstruktion des Gebäudes bestehen keine größeren Anforderungen, wobei zu
beachten ist, dass der Betonquerschnitt vor dem Aufkleben in gewissen Grenzen
,,trocken" sein muss. Die Restfeuchte darf nicht zu hoch sein. Falls diese
Voraussetzungen nicht vorliegen, ergeben sich aus der schwarzen Abdichtung zeitliche
Auswirkungen auf die Hinterfüllung des Bauwerkes und damit auf die Bauzeit an sich.
Weiße Wannen erfordern wegen der vorzunehmenden Rissbreitenbeschränkung einen erhöhten
Bewehrungsaufwand. Es besteht ein sehr hoher Anspruch an die Betonqualität und an die
Fugenausbildung (Dehn- und Arbeitsfugen). Neben diesem Aspekt ist bei der Herstellung von
Weißen Wannen der Nachbehandlung des Betons größte Bedeutung beizumessen. Mängel bei
der Nachbehandlung in Form voll Nichtauflegen einer windgesicherten PE-Folie auf die
Bodenplatte oder die Nichteinhaltung von Ausschalfristen bei Wänden sind gerade bei
wiederholtem Frost/Tau- und Nass/Trocken-Wechsel häufig Ursache von Schäden. Eine
ordnungsgemäße Nachbehandlung erfordert jedoch ausreichend Bauzeit und gerade diese ist
oftmals knapp bemessen oder wird unter anderem häufig in Form von nicht eingehaltenen
Ausschalfristen eingespart.
Im Gegensatz zu Schwarzen Abdichtungen können Bentonitabdichtungen bei praktisch jeder
Witterung eingebaut werden. Sie sind einfach zu verlegen und erfordern keine spezielle
Untergrundbehandlung. Die Restfeuchte des Untergrundes oder der Konstruktion ist ohne
Bedeutung für die Verlegung. Die Baugrube kann aufgrund der sofortigen Dichtigkeit sofort
nach dem Verlegen hinterfüllt werden. An die Tragkonstruktion bestehen keine über DIN
1045 hinausgehende Anforderungen.
Der Bewehrungsgehalt ist zur Rissesicherung nicht konstruktiv zu erhöhen, wodurch sich
bei der Stahlverlegung Zeitvorteile ergeben. Gerade dann, wenn eine aufwendige
Wasserhaltung zu betreiben ist, ist die Einsparung von Bauzeit als wesentlicher
Kostenfaktor von entscheidender Bedeutung für die Auswahl des Abdichtungsverfahrens.
Hautabdichtungen sind auf alle Bauweisen anwendbar
Hautabdichtungen (Braune und Schwarze Wannen) sind unabhängig von der Konstruktion auf
alle Bauweisen anwendbar Einfache Konstruktionen mit Einzel- und Streifenfundamenten sind
möglich. Zu beachten ist jedoch, dass solchermaßen einfache Konstruktionen oftmals
aufwendige, zum Teil recht kostenintensive und schadensanfällige Abdichtungsdetails
ergeben. Aus diesem Grund sind, wie bei Weißen Wannen auch, die Einflüsse der
Abdichtungsart auf die Bauwerkskonstruktion nicht zu unterschätzen. Anzustreben sind
generell ebene Bauwerksunter- und -außenseiten ohne Verzahnungen. Eine Zwischenlage aus
PH-Folien verhindert Schwindbehinderungen. FraDimat bildet unter der Betonsohle ein
optimales Gleitlager zur Reduzierung der auftretenden Zwangsspannungen infolge
abfließender Hydrationswärme. Damit wird die Rissanfälligkeit der Betonsohle erheblich
reduziert.
Einfache Grundrissformen sollten in jedem Fall angestrebt werden. Vorsprünge,
Einsprünge, Querschnittsschwächungen oder Nischen sind nach Möglichkeit zu vermeiden.
Als Besonderheit sind bei Weißen Wannen Mindestdicken für Einzelbauteile einzuhalten.
Auch Leerrohre in Wänden und TG-Decken sind bei starren Abdichtungen häufig
problematisch. Das Betonieren mit WU-Beton sollte in möglichst einem Arbeitsgang
erfolgen.
Für Weiße Wannen gibt es keine festen Regeln
Die Ausführung von Schwarzen Wannen basiert im Wesentlichen auf DIN 18195 Teil 1 bis 10
(Bauwerksabdichtungen) sowie auf VOB C mit den DIN-Normen 18336, DIN 18337, DIN 18338 und
18354. Die Ausführungsdetails sind in Form von Zeichnungen in der Fachliteratur ausgiebig
dargestellt. Zudem kann es sich als von Vorteil erweisen, dass die Arbeiten von einem
Spezialisten geplant und ausgeführt werden. Dieser übernimmt nur für sein Gewerk die
Haftung und fordert somit die günstigsten Voraussetzungen hierfür.
Weiße Wannen werden nach keinen festen Regelwerk hergestellt. Für den Bau mit WU-Beton
sind die technische Regeln in DIN 1045 bzw. in den DBV- Merkblättern zusammengefasst.
Hieraus lässt sich folgern, dass zwar der Baustoff ,,WU-Beton" an sich, nicht jedoch
die Bauweise genormt ist. Für den Planer hat dies den Vorteil, dass beim Bau mit
vvasserundurchlässigem Beton das ingenieurmäßige Denken gefordert ist.
Der freien Konstruktion sind durch eng gefasste Detailvorschriften keine Grenzen gesetzt.
Der Betontechnologie kommt speziell hinsichtlich folgender Punkte eine entscheidende
Bedeutung zu:
-
Die Konstruktion ist auf Last- und Zwangsbeanspruchungen zu bemessen.
Die Bewehrung ist in Abhängigkeit von der zulässigen Rissbreite anzuordnen. Für den
Übergang Bodenplatte - Wand sind spezielle Anschlussbetone kleinerer Körnung zu
verwenden.
-
Die Betonfestigkeitsklassen sind bereits im Zuge der Planung
festzulegen und der Bemessung zugrunde zu legen. Sie sind bei der Ausführung einzuhalten.
Betone mit niedriger Hydrationswärme, geringem Schwindverhalten und niedrigem w/z-Wert
sind anzustreben. Gerade die ,gute" Absicht der ausführenden Firma, einen
hochwertigeren Beton als geplant und ausgeschrieben zu wählen, bewirkt aufgrund seines
höheren Zementgehaltes eine erhöhte Neigung des Bauteils zur Rissbildung.
-
In Abhängigkeit von der erforderlichen Bewehrung ist das Größtkorn
des Zuschlages zu wählen.
-
Die Fugenausbildung und Fugendichtung ist detailmäßig
durchzuplanen. Es sind dichtungstechnische Systemplanungen zu erarbeiten. Diese Aufgabe
kann nicht dem Bauleiter oder Polier vor Ort aufgebürdet werden. Die Arbeiten sind zu
überwachen.
-
Rohrdurchführungen sind mit Dichtflanschen auszuführen.
Aussparungen sollten nicht hergestellt werden.
-
Betonierablauf und Betonierabschnitte sind zu planen.
-
Die Baustelle ist als B II Baustelle zu führen, auch wenn DIN
1045 andere Möglichkeiten zulässt.
-
Eventuelle Rüttellücken bei hochbewehrten Bauteilen sind wie bei
allen Bauteilen vorzusehen. Gerade bei Weißen Wannen sind sie von entscheidender
Bedeutung. Auf gute, ausreichende und rechtzeitige Verdichtung und Nachverdichtung ist zu
achten. Die Betondeckung ist festzulegen. Schalungsanker und die Abdichtung der
Ankerlöcher ist zu bestimmen.
-
Gerade bei Weißen Wannen ist die Betonlieferung zur Baustelle an die
Betoniergeschwindigkeit vor Ort anzupassen, da ansonsten die Gefahr des Ansteifens des
Betons besteht.
-
Der ausreichenden Nachbehandlung des jungen Betons gegen Abkühlen
und Austrocknen kann nicht genügend Aufmerksamkeit beigemessen werden.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass eine umfassende Planung
in Verbindung mit einer einfachen Konstruktion bei günstiger Zusammensetzung und
sorgfältiger Verarbeitung des Betons zwar keine dichten, jedoch wasserundurchlässige
Bauteile ergibt. Eine Vielzahl von Aspekten ist zu beachten und darf im Zuge der üblichen
Alltagsroutine keinesfalls vergessen werden.
Der Einfluss jedes einzelnen Punktes auf das mangelfreie Gebäude sollte in keiner Weise
unterschätzt werden. Gerade aufgrund der Vielzahl von Faktoren werden immer wieder Fehler
gemacht und wichtige Punkte bei der Ausführung übersehen.
Bei Mineralischen Abdichtungen, wie FraDimat, ist grundsätzlich ein geringeres
technologisches Verständnis erforderlich. Bentonitabdichtungen sind wie Weiße Wannen an
kein festgeschriebenes Regelwerk gebunden. Der Baustoff FraDimat ist jedoch zertifiziert
und herstellungsbedingt patentiert. Für die Verlegung sind keine Spezialisten
erforderlich. Die Verar-beitung ist äußerst einfach und an die Baustellenbedingungen
angepasst. Die auf der Baustelle angelieferten Bahnen werden witterungsunabhängig mit
etwa 100 bis 150 mm breiten Überlappungen auf einer zuvor erstellten Sauberkeitsschicht
oder bei entsprechendem Baugrund auf dem Erdplanum verlegt. Zum Schutz der Bahnen gegen
mechanische Beschädigungen und vor Austrocknen sind die Matten sofort abzudecken. Dies
ist in der Regel durch das unmittelbare Aufbringen der eigentlichen Sauberkeitsschicht
gewährleistet.
Aufgrund der verfugbaren Sonderprofile (Dreikantprofile, Quellstreifen, Quadrat- und
Quellprofile) sind Bauwerksdurchdringungen und Rohrdurchführungen mit einheitlichem
Material einfach, sicher und flexibel abzudichten. An Arbeitsfugen entsteht kaum ein
erhöhter Aufwand. Ebenso bestehen an die eigentliche Tragkonstruktion und die
Betonqualität nicht die erhöhten Anforderungen, wie sie bei Weißen Wannen hieran
gestellt werden.
Bei der Ausführung der Betonbauteile kann auf die übliche Bemessung nach DIN 1045
zurückgegriffen werden. Somit ist es möglich, auf eine aufwendige Bewehrung zur
Rissbreitenbeschränkung zu verzichten. Hinzuweisen ist auf die Tatsache, dass der
Quelldruck des aufquellenden Bentonit als Lastfall in die statische Berechnung einfließen
muss. Aufgrund dieser Vorteile sind Bentonitabdichtungen wie FraDimat-Abdichtungen eine
hervorragende Alternative zu den üblichen Abdichtungsverfahren. Bei bestimmten
Voraussetzungen ist diese Abdichtungsform aus technischen und wirtschaftlichen Gründen
den anderen Verfahren vorzuziehen.
Schäden und Mängel sind für jedermann deutlich erkennbar
Wie bei allen Arbeiten sind auch bei Abdichtungsarbeiten Fehler und Schäden nicht
ausgeschlossen. Im Gegensatz zu manch anderen Gewerken geben sie sich durch feuchte
Stellen im Bauwerk deutlich zu erkennen und sind für jedermann offensichtlich. Ursache
für diese Mängel sind jedoch selten die falschen Baustoffe. Vielmehr sind sie auf den
Einsatz der falschen Personen zurückzuführen. Treten erst Schäden auf, stellt sich die
Frage, welche Möglichkeiten zur Schadenssanierung bei den einzelnen Abdichtungsarten zur
Verfügung stehen.
Bei Hautabdichtungen nach DIN 18195 lassen sich Schäden während der Bauphase nicht
erkennen oder sie entstehen erst bei der Bauwerkshinterfüllung und infolge von Setzungen
im Rahmen des Baufortschrittes. Sind kleinere Risse oder undichte Stellen im Bereich der
Abdichtung vorhanden, kann sich das Wasser auf Sickerwegen nach innen bewegen und entfernt
von der eigentlichen Schadensstelle ins Gebäude eindringen. Ursachenforschung und
Schadensbehebung sind nur durch aufwendige Maßnahmen wie Aufgraben und Sanieren in
großem Umfang möglich.
Weiße Wannen besitzen gegenüber Schwarzen Abdichtungen den Vorteil, dass Fehlstellen,
freie Zugänglichkeit vorausgesetzt, leicht lokalisierbar sind. Sie können demzufolge von
der Gebäudeinnenseite durch Verpressen nachträglich abgedichtet werden , so weit sie
nicht durch die Selbstheilung des Betons im Laufe der Zeit dicht werden. Dieser Effekt der
Versinterung findet jedoch nur statt, wenn eine weitere Hydration des jungen Betons noch
möglich ist, wenn die Risse nicht durch Bauwerksbewegungen entstanden sind und das
durchsickernde Wasser nicht chemisch angreifend ist. Die Durchströmgeschwindigkeit darf
nicht zu hoch sein.
Nachteilig wirkt sich für Weiße Wannen aus, dass zur Begrenzung der Rissbreiten nach DIN
1045 Ziff. 17.6.2 zwar eine Mindestbewehrung eingebaut wird, die aber rechnerisch nur 95
Prozent der auftretenden Risse auf eine vorgegebene Breite (0,10 - 0,25 mm) begrenzt.
Demzufolge verbleibt ein fünfprozentiges Restrisiko, und es kann trotz aller Sorgfalt bei
Planung und Ausführung nicht zuverlässig verhindert werden, dass breitere als die in
Rechnung gestellten Risse auftreten.
Undichte Stellen, die nicht unmittelbar auf Planungs- beziehungsweise Ausführungsfehler
zurückgehen, sind nicht ausgeschlossen und können während der Bauphase verpresst
werden. Der Selbstheilungseffekt ist bei Bentonitabdichtungen ganz besonders ausgeprägt.
Kleinere Risse, verursacht durch Schwinden und Kriechen der Konstruktion, durch Setzungen
oder Inperfektion bei der Ausführung werden infolge des hohen Quellvermögens der
FraDimat-Abdichtungsbahnen selbständig abgedichtet. Dieser Selbstheilungseffekt ist im
Gegensatz zur Weißen Wanne nicht vom Alter der Konstruktion oder der
Durchströmgeschwindigkeit abhängig. Vor allem aber findet er auch bei aggressivem Wasser
statt.
Kostenvergleiche sind mit Vorsicht zu geniessen
Kostenvergleiche sind in jedem Fall kritisch zu betrachten, da selbst genau beschriebene
Einzelleistungen von Bietern unterschiedlich bewertet und angeboten werden. Da jedoch
neben den technischen Vor- und Nachteilen die wirtschaftlichen Aspekte bei der Auswahl der
Abdichtungsart eine entscheidende Rolle spielen, soll versucht werden, einige Kosten am
Beispiel eines 10 x 15 m großen Kellers gegenüberzustellen.
| Tabelle 2 zum Textbeitrag und Zusammenfassung aus Tabelle 1
(Kosten gesamt) |
| |
Schwarze Wanne |
Weiße Wanne |
Braune Wanne |
| Nutzung |
keine Auswirkungen |
Auswirkungen |
geringe Auswirkungen |
| Chemischer Angriff |
Tragkonstruktion geschützt |
Tragkonstruktion Angriffen ausgesetzt |
Tragkonstruktion geschützt |
| Bauzeit |
Auswirkungen auf Bauzeit möglicherweise intensiv |
Bewehrungsproblematik, sonst keine Auswirkungen |
praktisch ohne Auswirkungen |
| Witterung |
Herstellung sehr witterungsabhängig |
Herstellung bedingt witterungsabhängig |
Herstellung praktisch witterungsunabhängig |
| Konstruktion |
geringe Anforderungen an die Baukonstruktion |
große Anforderungen an die Baukonstruktion |
geringe Anforderungen an die Baukonstruktion |
| Technologie und Regelwerk |
durch Normen geregelt |
kein festes Regelwerk, jedoch Stand der Technik |
kein festes Regelwerk |
| Schadensregulierung |
sehr aufwendig |
Schadensauftreten wahrscheinlich, Regulierung relativ einfach |
Regulierung großteils durch Selbstheilung |
| Kosten |
relativ hoch |
relativ gering |
relativ gering |
Kosten: Bsp.
Keller 10 x 15 m |
56.150 DM |
36.560 DM |
40.082 DM |
In der Tabelle ist zu erkennen, dass die Kosten für die Weiße
Wanne verhältnismäßig am günstigsten sind. Setzt man diese Kosten mit 100 Prozent an,
ergeben sich für Braune Wannen Mehrkosten von ca. 5 bis 10 Prozent, für Schwarze Wannen
55 bis 60 Prozent Mehrkosten.
Entscheidend für den Vergleich ist die Höhe der Kosten für den Einbau des Betons, das
Nachverdichten und Nachbehandeln sowie für die Fugenausbildung. Diese Kosten werden
bewusst hoch angesetzt, damit eine sorgfältige Ausführung in jedem Fall gewährleistet
ist. Auch die Dicke der einzelnen Bauteile hat wesentliche Auswirkungen auf die
Verhältniszahlen. Hieraus erkennt man, dass Kostenvergleiche nicht nur problematisch
sind, sondern in jedem Fall differenziert betrachtet werden sollten.
Ein Bauherr sollte sich jedoch bewusst sein, dass die billigste Konstruktion nicht immer
die wirtschaftlichste Lösung darstellt. Schnell und billig bauen kann auch teuer werden,
nämlich dann, wenn neben den Herstellungskosteri auch die späteren Instandhaltungs- und
lnstandsetzungskosten berücksichtigt werden.
Eine allgemein gültige Empfehlung gibt es nicht
Eine generelle Aussage, welche Abdichtungsart die für ein Bauwerk am besten geeignetste
oder zweckmäßigste ist, lässt sich also nicht allgemein gültig treffen. Abdichtungen
sind auf den jeweiligen Anwendungszweck hin abzustimmen und müssen gegen das umgebende
Medium beständig sein. Eine Vielzahl von Überlegungen in technischer und
wirtschaftlicher Hinsicht ist anzustellen, um die verschiedenen Arten miteinander zu
vergleichen und für den Anwendungszweck richtig auszuwählen.
» Tabelle 2 soll die wesentlichen Merkmale miteinander
vergleichen:
Neben den wirtschaftlichen Faktoren sollte beim Planer das Bewusstsein vorhanden sein,
dass aufgrund der aufgezeigten Vorteile wie Selbstheilung, leichte Verlegung,
Witterungsunabhängigkeit und Beständigkeit gegen aggressives Wasser Bentonitabdichtungen
wie FraDimat vom Grundsätzlichen her den derzeit meist verwendeten Abdichtungsarten wie
Schwarze und Weiße Wannen gleichgestellt werden. Denn eine exakte Planung bei
entsprechender Konstruktion und eine sorgfältige Ausführung führen letztendlich zu
einem dichten Bauwerk.
Autor: Dipl.-Ing. Hans Moosbauer, Ing.büro Kiendl & Moosbauer, Deggendorf
erschienen in: Deutsches IngenieurBlatt März 2001, S. 23-29
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Türanschlüsse auf Balkonen und Terrassen Die Rechtspraxis zeigt, dass Türanschlüsse auf Balkonen oder Terrassen
für Verarbeiter und Architekten schnell zu einer juristischen
"Stolperfalle" werden können: Schon kleine Planungs- und
Ausführungsmängel, die im Innenbereich meistens ohne Folgen bleiben,
führen im Außenbereich zu erheblichen Schäden und Mängelfolgekosten.
Bei der Planung von Tür- und Wandanschlüssen auf Balkonen, Loggien und
Terrassen geraten Architekten und ausführende Unternehmen häufig in ein
Dilemma zwischen regelgerechten Normen und praktischen Anforderungen:
Vorgeschrieben sind Anschlusshöhen von 15 cm (DIN 18195, Teil 5, Abs.
7.1.6), um zuverlässig vor Feuchteschäden zu schützen. Viele Bauherren
wünschen jedoch keine Stolperstufen zwischen Außen- und Wohnbereich – oder
scheuen im Sanierungsfall den damit verbundenen Mehraufwand.
Das kann Verarbeiter und Architekten teuer zu stehen kommen: Denn nach
gängiger Rechtsprechung
steht den Bauherren sogar dann ein Reklamationsanspruch zu, wenn das Werk
zwar schadensfrei, aber nicht regelgerecht ausgeführt wurde. Und hat das
ausführende Unternehmen nach Vorgaben des Planers gearbeitet, haftet
dieser mit.
Ein intelligenter Ausweg aus dem Dilemma zwischen DIN 18195 und
praktischen Anforderungen ist die Ausführung gemäß Flachdachrichtlinien (Pkt.
10.3 (4)): Danach lassen sich Türanschlüsse auf fünf Zentimeter
reduzieren, wenn sich im unmittelbaren Türbereich Terrassenabläufe oder
andere Entwässerungsmöglichkeiten befinden.
Eine ebenso regelgerechte wie einfach realisierbare Lösung bieten hier
stufenlos höherverstellbare Drainroste in Verbindung mit einer
Flächendrainage. Solche Komplettsysteme leiten das Oberflächen- und
Sickerwasser nachweislich sicher ab und haben sich übrigens auch beim
zunehmend wichtiger werdenden Sonderfall "barrierefreies Wohnen" vielfach
bewährt. Der Einbau von Drainrosten ist hier die einzige Möglichkeit, um
eine nahezu schwellenlose Ausführung der Türen gemäß DIN 18025, Teil 2
"Barrierefreie Wohnungen" zu ermöglichen.
Angesichts der wachsenden Zahl älterer Menschen werden sich Planer und
Verarbeiter künftig intensiv mit diesem Thema beschäftigen müssen.
Quelle: BBG News Februar/März 2004
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Anforderungen an eine Mängelrüge
OLG München, Urteil vom 22.02.2006, AZ: 27 U 607/05
Der Auftraggeber macht gegen den Auftragnehmer einen Vorschussanspruch auf
Zahlung der voraussichtlich erforderlichen Mängelbeseitigungskosten geltend. Der
AG hatte den AN aufgefordert, einen Mangel zu beseitigen. Er hatte hierfür eine
Frist gesetzt. Der AN lehnte die Mängelbeseitigung zunächst ab. In der
Mängelrüge stellte der AG dar, dass Wasser von unten in den Carport eindringe.
Nachdem der Sachverständige im Rechtsstreit die Mangelhaftigkeit der Leistung
des AN feststellt, bietet dieser die Nachbesserung an. Der AG lehnt dies ab und
verlangt weitere Zahlung. Der AN ist der Auffassung, dass auch nach der
Symptomtheorie des BGH das Symptom des Mangels nicht ausreichend in der
Mängelrüge enthalten sei, so dass durch die Mängelrüge, die nur einen
Wasserschaden als Mangel bezeichnet, der AN nicht in Verzug mit der
Mängelbeseitigungsleistung gekommen sei. Das OLG München teilte diese Auffassung
jedoch nicht. Die Mängelrüge sei unter Beachtung der Symptomrechtsprechung des
BGH vielmehr ausreichend. Der AG muss lediglich die Mängelerscheinung
darstellen. Die Mängelerscheinung liege in dem aufgetretenen Wasserschaden.
Weitere Aufklärungen müsse der AG nicht leisten. Es sei Aufgabe des AN, alle
möglichen Mängelursachen zu erkunden, auch ggf. Abdichtungsmängel. Die
Mangelrüge sei daher ausreichend und der AN habe sein Nachbesserungsrecht
verloren.
Heinicke und Kollegen
INFO-Recht 08.2007
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Drainagen - wie sie nicht gebaut werden sollten
Das Thema rund um die Drainagen ist eine heikle Angelegenheit. Auch hier offenbart sich
der Zwiespalt, in dem die heutige Bauindustrie steckt - soll doch gerade an dieser Stelle
der Grundstein für ein solides Haus gelegt werden. Viele übernehmen für diesen Bereich
bedenkenlos die Vorgaben aus den DIN-Vorschriften und überblicken nicht, welche Gefahren
letztendlich im ausgeführten Detail liegen. Ich selbst habe erfahren müssen, dass ebenso
Fachberater, die Drainagematerialien anbieten und vertreiben, Wissen zur richtigen
Wasserableitung nur unzureichend besitzen. Wenn ich auf Baustellen oder in Fachseminaren
schildere, dass in einer Drainage kein Wasser fließt, wenn man dieses direkt darüber
schüttet, denken die meisten, dies sei ein schlechter Scherz. Erst nach einem kleinen
vorgeführten Modellbeispiel wird so mancher sehr nachdenklich. Probieren Sie es selbst!
Viele werden den hier dargestellten Detailvorschlag nach DIN sicherlich kennen. Darin sind
nach meiner Meinung 5 grobe Fehler vorhanden. Machen Sie selbst einen kleinen Test und Sie
werden schnell herausfinden, ab welchem Zeitpunkt Wasser in der Drainage überhaupt
fließen kann. Doch nur, wenn das Wasser höher als die Rohrsohle steht. Wenn es unterhalb
der Sohle steht und nicht abfließen kann, wird der anstehende Boden durchfeuchtet.
Bindige Böden können so unzulässig aufgeweicht werden und es kann zu nachträglichen
Setzungen am Gebäude kommen. Gerade bei alten Häusern ist dies ein nicht zu
unterschätzendes Risiko. Bei fehlerhaften Dichtungen und/oder Rissen kann das stehende
Wasser für die Baukonstruktion zudem ernsthafte Feuchtigkeitsprobleme darstellen. Nicht
selten wird das Drainagerohr auch direkt auf dem Boden verlegt. Da in der Überzahl
orangefarbene oder gar die falschen gelben gelochten Rohre verwendet werden, muss auch
hier mit Durchfeuchtungen des Bodens gerechnet werden. Denn alles anfallende Wasser kann
dort nicht ordnungsgemäß abgeleitet werden. Fehler werden jedoch nicht nur im
Fundamentbereich eingebaut.
Warum lassen wir überhaupt erst zu, dass das Regenwasser über die hausumlaufende
Kieselsteinfläche zum Fundamentbereich fließen kann? Kieselsteine bieten nur
geringfügigen Schutz gegen aufspritzendes Wasser. Mit den Jahren veralgen und
verschmutzen diese so sehr, dass sie den einst gewünschten Effekt und Schutz nur noch
sehr unzureichend erfüllen. Kosten für Reinigung oder gar Austausch könnten
zweckdienlich anderweitig eingesetzt werden. Auch die Betonrasensteinkante kostet nur Geld
und erfüllt ihren Zweck in falscher Richtung.
Viele suchten nach Lösungen und so manches wurde probiert. Es wurde Neues entwickelt und
vorgeschlagen, aber leider nur sehr wenig wirklich verbessert. In manchen Fällen wurde
sogar mehr Schaden als Nutzen herbeigeführt, so auch im Bereich der Drainage. Nicht
selten wurden Betonplatten direkt am Haus verlegt. Ein jeder, der ein bisschen Zeit zum
Beobachten hat und sich kritisch mit dieser Problematik auseinandersetzt, wird sich rasch
erklären können, warum es auch bei dieser Variante immer zu Feuchtigkeitsproblemen im
Fassadenbereich kommen wird und muss. Bei alten Häusern ist dies gravierender als bei
Neubauten.
Gerade während der Hochwasserkatastrophe wurde einigen Hausbesitzern die Drainage richtig
zum Verhängnis. Denn durch diese wurde das Wasser erst zugeführt, anstatt es vom Haus
fern zu halten. Das reißende Wasser hatte ein leichtes Spiel, diesen Bereich
auszuspülen. So mancher Neubau in leichter Bauweise und mit dichtem Keller aus WU-Beton
schwamm so einfach auf.
Wer neu bauen oder auch sanieren will, braucht gute, zuverlässige und verständliche
Grundlageninformationen - unbeeinflusst von fragwürdigen Ideologien, fehlerhafter
Bauphysik oder massiven Marktinteressen.
[ Hier sollte das Bild der Drainage nach DIN eingefügt werden. ]
Dabei geht es wesentlich einfacher, preiswerter und vor allem langlebiger.
Die eingesparten Gelder könnten für höherwertige Materialien, wie z.B. für die
Gestaltung von Innenräumen ausgegeben werden. Mancher Wunsch könnte erfüllt werden, so
z.B. der Einbau von Dielen. Diese sind nicht nur schöner für das Auge, sondern auch gut
für unsere Füße, da die Oberflächen wärmer sind als Fliesen oder PVC. Selbst bei
diffusionsoffenen Fußbodenunterbauten sind sie ideal einsetzbar und haltbarer als so
mancher, heute neu eingeführter Konstruktionsaufbau.
Nicht selten werden bei alten Häusern Drainagen vorgesehen. Man erhofft sich, dass damit
die Ursache für Feuchteschäden im und am Mauerwerk beseitigt werden. Für den Bauherren
ist es eine teure Entscheidung, die weitere und ggf. weit größere Schäden nach sich
ziehen wird. Doch meist liegt auch hier die Ursache in falsch verwendeten Materialien.
Nicht selten wurden Fußböden bei Altbauten abgedichtet, die Wände mit Zementputzen und
dichten Farbanstrichen versehen sowie innenseitig tapeziert. Folgeschäden sind nur zu
logisch. Die Suche nach der wirklichen Ursache sollte gewissenhaft und konsequent erfolgen
und nicht jedes vorgeschlagene Detail bedenkenlos umgesetzt werden.
Michael Reisinger
Planungsbüro für gesundes Bauen, Radebeul
2003
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