ThermoShield – ein Beitrag
zur Wärmedämmung? -a
Ein Aufsatz in der
Zeitschrift Bauphysik, 2006, Heft 2
-a steht für: ausführliche bzw. akademische Fassung
Zur inhaltlichen
Abgrenzung
Die hervorragenden Farbeigenschaften der ThermoShield
Produkte sind allgemein anerkannt. Geht es um die energetische Wirksamkeit von
ThermoShield, geht es stets nur um die Fassadenbeschichtung Exterieur. Die
Energie einsparende Wirkung der Innenbeschichtung Interieur steht nicht zur
Debatte, wenngleich erst im September 2005 der messtechnische Nachweis in
identischen Vergleichsräumen bei der Deutschen Welle (DW) in Bonn erfolgte. Die
Angriffe gegen ThermoShield Exterieur gehen vom Fachverband
Wärmedämmverbundsysteme (FV WDV) - bzw. dessen Mitgliedsunternehmen - aus, der
sich guter Unterstützung bis hinein in Regierungskreise erfreuen darf. Selbst
praktische Belege werden in Abrede gestellt.
Zum Artikel und zur
Zeitschrift
„Bauphysik“ ist gem. Selbsteinschätzung die einzige deutsche
Fachpublikation zur Thematik "Wärme- Feuchte-, Schall- und Brandschutz in der
Bauingenieurpraxis". Seit 28 Jahren sieht sich die Zeitschrift als Spiegel der
Forschung in Wissenschaft und Industrie, der Normung und ingenieurpraktischen
Tätigkeit. [Internetseite Verlag Ernst und Sohn]
Zum Wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift gehören Prof. Dr.-Ing. habil. Dr.
h. c. mult. Dr. E. h. mult. Karl Gertis, Holzkirchen, Prof. Dr.-Ing. Hans-Gerd
Meyer, Berlin und Prof. Dr.-Ing. Gerd Hauser, München. Die Herren Gertis und
Hauser sind aus der dokumentierten Vergangenheit als Gegner der
ThermoShield-Technologie und Verfechter von Dämmstoffen bekannt, von Gegnern des
Produktes ThermoShield werden sie bis in die heutigen Tage zitiert. Eine
Befangenheit ist mithin nicht von der Hand zu weisen.
Im Heft 2 2006 erschein
der gegenständliche Aufsatz unter der Rubrik „Fachthemen“. [Auflistung der
Zeitschriftenartikel, Verlag Ernst und Sohn]. Aufsätze sind
Erstveröffentlichungen, die in ähnlicher Form weder ganz noch teilweise bereits
erschienen oder andernorts eingereicht sind. Dies gilt auch für Schriftenreihen
von Instituten und Hochschulen oder Hauszeitschriften von Firmen. Die Redaktion
entscheidet nach technisch-wissenschaftlichen Kriterien über die Annahme eines
Beitrages. Änderungen können auch durch die einheitliche wissenschaftliche
Haltung der Zeitschrift bedingt sein. [Autorenhinweise, Verlag Ernst und Sohn]
Der Inhalt des Aufsatzes (siehe Anlage 1) wird wie folgt
beschrieben: „Zur Überprüfung der vielversprechenden Produkteigenschaften wurden
die thermischen Eigenschaften von Probekörpern, die mit “ThermoShield -
Exterieur” beschichtet worden sind, im Rahmen einer an der Universität Hannover
angefertigten Arbeit untersucht. Die Auswertung der Meßergebnisse zeigte, daß
die mit “ThermoShield” beschichteten Probenkörper nicht die Eigenschaften
aufwiesen, die bei einer wärmedämmenden Wirkung der Beschichtung zu erwarten
wären.“ [Aufsatz, Seite 120] Ob eine „peer review“ stattgefunden hat, ist nicht
bekannt.
Zur Begrifflichkeit
„Wärmedämmung“ und zum Dämmstoffvergleich
Die Fragestellung ist falsch, da ThermoShield bekanntlich
kein Dämmstoff ist. Insofern kann ThermoShield kein Beitrag zur Wärmedämmung
sein. ThermoShield ist kein Wärmedämmmaterial, weswegen es keine „Dämmwirkung“
erzielen kann. Dies wird vom Hersteller klar herausgestellt, wie man in den
zitierten Informationsquellen nachlesen kann. Insofern muss es in die Irre
führen, wenn einem Material Eigenschaften von Dritten zugesprochen werden, die
selbst der Hersteller nicht angibt.
Hinsichtlich der verwendeten Begrifflichkeit „Wärmedämmung“ kommt man –
unabhängig von der persönlichen Einstellung zum Produkt – nicht umhin, die
Historie zur Kenntnis zu nehmen. Beim Vergleich mit Wärmedämmung hat es sich in
der Vergangenheit stets um den Vergleich mit WDVS (Wärme-Dämm-Verbund-Systeme
für die Fassade) gehandelt und die Aktivitäten des Fachverbandes der Hersteller
dieser Systeme sind vielen Interessierten bekannt.
Seit dem 13.04.2005 wird diese Problematik auf der Internetseite der SICC GmbH
ThermoShield Europe behandelt. Die SICC GmbH sagt dazu: „Wie gut muss das
Produkt ThermoShield sein, wenn sich der Geschäftsführer des Fachverbandes
Wärmedämm-Verbundsysteme e.V. veranlasst sieht, zu solchen Methoden zu greifen,
um den Hersteller und sein Produkt zu diskreditieren?“
Man kann als Dateien im PDF-Format sowohl den Vortrag "Konsequenzen aus
einseitigen Leistungsversprechen" des Dr. Wolfgang Setzler anlässlich des 2.
Fachseminar Wärmeschutz mit IR reflektierenden Folien oder Beschichtungen vom
Dezember 2004 als auch die diesbezügliche Stellungnahme der SICC GmbH zur
Kenntnis nehmen. Hier findet man einen sehr direkten Hinweis bezüglich Prüf- und
Messmethoden.
„Richtig ist, dass seinerzeit die nunmehr insolvente Firma ThermoShield GmbH &
Co. KG beim Fraunhofer Institut für Bauphysik in Stuttgart einen Prüfauftrag
erteilt hat. Dabei war schon bei Auftragserteilung und Verwendung der
herkömmlichen Prüfmethoden zu erwarten, dass eine derartige Prüfung kein
positives Ergebnis bringen könne. Aus diesem Grunde sollten eine modifizierte
Untersuchung vorgenommen und ein neues Messverfahren angewendet werden.
Hierüber hat sich jedoch das Fraunhofer Institut hinweggesetzt und eine
klassische Dämmstoffprüfung vorgenommen, ohne den differenzierten Auftrag zu
berücksichtigen. Das negative Prüfergebnis war somit vorprogrammiert.
ThermoShield ist kein Dämmstoff und hat folglich eine völlig andere
bauphysikalische Wirkungsweise, als Dämmstoffe.
Die Firma SICC GmbH weist, wie die vorherige Firma ThermoShield Europa AG,
darauf hin, dass mit den herkömmlichen, auf die Wirkungsweise von Dämmstoffen
ausgerichteten Messmethoden die energieeinsparende Wirkung von ThermoShield
nicht nachgewiesen werden kann. Für dieses innovative Produkt bedarf es
differenzierter Mess- und Berechnungsmethoden“
Hinsichtlich der verwendeten Begrifflichkeit „Wärmedämmung“ mag man sich der
relativ oft zitierten Definition „Unter Wärmedämmung versteht man sämtliche
Maßnahmen, durch die Wärmeverluste von Gebäuden an die Umgebung verringert
werden (Wärmetransport).“ anschließen, um nicht dem Vorwurf des
Dämmstoffvergleiches ausgesetzt zu sein.
Bezeichnenderweise
ist in der DIN 4108-2:2003-07 bezüglich der Mindestanforderungen an den
Wärmeschutz Wärme übertragender Bauteile stets nur vom Wärmedurchlasswiderstand
und vom Wärmedurchgangskoeffizienten die Rede. Dies sind Kenngrößen, die sich
auf den Transmissionswärmestrom im Inneren des Bauteils beziehen. Der in Teil 3
beschriebene Wärmedurchgangskoeffizient U beruht auf Rechenwerten der
Wärmeleitfähigkeit und normierten statischen Übergangswiderständen; gemäß DIN EN
ISO 6946 wird er für den stationären Zustand berechnet. Der einzige betrachtete
Transportmechanismus ist die Wärmeleitung.
Die Nennwertdefinition nach DIN EN ISO 9229 „Wärmedämmung –
Begriffsbestimmungen“ (ISO/DIS 9229:2004) behandelt lediglich
l-Werte.
Das im Normenausschuss Bauwesen (NaBau) im DIN für die DIN EN ISO 9229
zuständige nationale Arbeitsgremium ist der Normenausschuss „NA 005-56-60 AA –
Wärmedämmstoffe“.
Angesichts dieser Umstände fällt es schwer zu glauben, dass
bei der Verwendung des Begriffes Wärmedämmung nicht zuerst Assoziationen mit
Dämmstoffen geweckt werden.
Andererseits jedoch mag die universitäre Definition des Begriffes „Wärmedämmung“
als Maßnahme zur Verringerung des Energieverlustes an Gebäuden – vorgetragen von
einem Univ. Prof. Dr.-Ing. und öffentlich bestellten und vereidigten
Sachverständigen für Bauphysik - der
SICC GmbH gelegen kommen.
ThermoShield trägt zur Verringerung des Energieverlustes an Gebäuden bei und ist
somit zur Wärmedämmung zuzurechnen. Insofern ist eine Förderung im Maßnahmepaket
4 des KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramms per definitionem legitimiert.
Zur Frage, ob in der Untersuchung ein Dämmstoffvergleich
angestellt wurde, erübrigen sich jegliche Spekulationen, da die Antwort hierzu
in dem Aufsatz auf Seite 122 Mitte eindeutig gegeben wird: „Wie sollte sich
eine mit Wärmedämmstoffen vergleichbare Energieeinsparwirkung von
„ThermoShield“ im Versuch äußern?“
Zur Technologie
Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen „so genannte(n)
Thermobeschichtungen“ und der thermokeramischen Membrantechnologie ThermoShield,
die eine Reihe von wissenschaftlich nachgewiesenen Alleinstellungsmerkmalen
aufweist. ThermoShield gibt es seit nunmehr 20 Jahren (vergl. hierzu die Angabe
in der Broschüre aus 2004, wo 18 Jahre genannt werden) – Kopien des Produktes
gibt es seit einigen Jahren, in den USA bereits länger als in Deutschland.
Was die Autoren des Aufsatzes damals noch nicht ahnen konnten: seit Anfang 2007
erfolgt eine Bestätigung der Technologie durch die Fa. Franken Maxit.
Gesellschafter dieser GmbH & Co. ist die Maxit Deutschland GmbH (maxit
ist ein Unternehmen der HeidelbergCement AG und seit 2003 Teil der
Konzerngesellschaft maxit Group). Maxit ist Mitgliedsunternehmen im FV WDV.
Inzwischen wird auch im Internet für die „Fassadenfarbe mit
Energiespar-Effekt“ geworben:
„Solaraktive Fassadenfarbe mit Energiespar-Effekt!
Franken Maxit Solar-Innovationen - unser neuartiges Konzept - ausge-
zeichnet mit dem Innovationspreis des Landkreises Kulmbach!
Solarfarbe sorgt aufgrund der besonderen Rezeptur im Sommer reflektierend, im
Winter absorbierend.
Diese positive Eigenschaft gleicht Temperaturschwankungen aus und spart somit
Energie.
Die mikroporöse Oberfläche des Anstrichsystems wirkt dem Anhaften schädlicher,
schmutziger und fremder Substanzen entgegen.
Solarfarbe ist eine hochwertige Silikonharzfarbe mit den Vorzügen mikrofeiner
Keramikhohlkugeln, ist hervorragend verarbeitbar, deckt sehr gut, ist absolut
lösemittelfrei und in jedem Ton unserer Farbpalette lieferbar“
[Internetseite solarfarbe.de]
Was der Verbraucher nicht weiß: dem ganzen gingen Kontakte von Franken Maxit mit
der SICC GmbH voraus, Besuche in Berlin eingeschlossen. Statt des erhofften
Aufkaufs der SICC GmbH gab es wenig später ein „neuartiges Konzept“ und einen
Innovationspreis für die Energiesparfarbe mit den Vorzügen mikrofeiner
Keramikhohlkugeln von Franken Maxit.
Zur
Versuchsdurchführung
Auf Seite 121 wird wiedergegeben, dass ThermoShield seine
Energie einsparenden Eigenschaften nur im Zusammenwirken mit dem Bauteil und der
Umwelt zeigt. Daraus folgt zwingend, dass man für eine seriöse
Versuchsdurchführung sowohl das zu untersuchende Bauteil als auch die Umwelt
möglichst praxisnah darzustellen hat. Je mehr man von den beteiligten Faktoren
weglässt, umso mehr verändert man das Ergebnis.
Auf Seite 121 werden in Tabelle 1 elf Bestandteile der komplexen Wirkmechanismen
von ThermoShield aufgeführt. In der Messdurchführung werden sie auf den Anteil
der Konduktion (l, U) reduziert, der mit 5,4% Beteiligung an der
Gesamtwirkung angegeben ist. Die so erzielten Messergebnisse erfassen demnach
fast 95% der gesamten Wirkmechanismen nicht.
Die Autoren des Aufsatzes beschreiben, dass die Messreihen im
stationären Zustand und „in einem Innenraum und mit normal trockenen
Baustoffproben“ durchgeführt wurden. Diese Methode ist für die Bestimmung der
Wärmeleitfähigkeit von Dämmstoffen geeignet, nicht jedoch für oberflächenaktive
Beschichtungen unter dynamischen (instationären) Bedingungen. Der Begriff „instationär“
kommt in dem Aufsatz nicht vor. Hingegen beziehen sich ausnahmslos alle
vorgestellten Ergebnisse auf den stationären Zustand.
Die auf S. 127 aufgeführten Thermografieaufnahmen stellen lediglich
Momentaufnahmen dar. Im Gegenteil zu den Temperaturkurven der unbeschichteten
Körper in Bild 8 und Bild 9 ist kein Zeitbezug gegeben. Augenblickswerte lassen
keine Schlüsse auf Veränderungen zu. Außerdem werden Temperaturen gemessen und
keine Wärmeströme. Es drängt sich die Frage auf, warum die Grafiken zum
Temperaturverlauf der so genannten Nullversuche (unbeschichtet) gezeigt und die
Grafiken zum Temperaturverlauf der beschichteten Probekörper im Vergleich
weggelassen werden.
Die Thermografieaufnahmen sind in ihrer Aussage stark anzuzweifeln, da der
Emissionswert „für die beschichteten Proben (mit)
e
= 0,91 angesetzt“ wurde (siehe S. 124 rechts oben), obwohl auf S. 121 das
Verhalten wie ein niedrig emittierendes Bauteil erwähnt wird („Eine mit
,,ThermoShield" beschichtete Wand soll sich somit wie ein niedrig emittierendes
Bauteil verhalten, auch wenn die ,,Farbe" als solches einen hohen Emissionswert
von e = 0,9 ... 0,95 besitzt!“). Auch von einfachen
Pyrometern mit voreinstellbarer Emissivität ist die Erscheinung bekannt, dass
der Voreinstellwert die gemessenen Oberflächentemperaturen beeinflusst. Woher
die e-Werte
kommen, bleibt unerwähnt.
Die Anlagen 2 bis 4 verdeutlichen die hier geschilderten
Defizite. Eine Seite des Aufsatzes wird stationären Augenblicksabbildungen
gewidmet, zwei Seiten und eine halbe befassen sich mit Statistik zu
Wärmestromschwankungen im stationären Bereich. Eine Zuordenbarkeit ist hier
nicht gegeben.
Anlage 1:
Publikation, Autoren, Literatur
Publikation:
Zeitschrift Bauphysik, Verlag Ernst & Sohn
28. Jahrgang, April 2006, Heft 2, S. 120-130
Autoren:
Univ. Prof. Dr.-lng. Nabil A. Fouad, M.Sc. Catrin Dorow und Dipl.-lng Torsten
Richter,
alle: Universität Hannover, Institut für Bautechnik und Holzbau,
Literatur:
[1] Internetpräsenz des Herstellers von ThermoShield:
www.sicc.de, Webseite der Firma SICC GmbH, 2005.
[2] Informationsbroschüre der Firma SICC über ,,Thermo-
Shield": Die Hightech-Oberflächenbeschichtung für
Fassaden,
Dächer und Innenräume.2005.
[3] Sachbericht zum FuE-Vorhaben: Beschichtete Textilien mit
wärmedämmenden Eigenschaften. Sächsisches
Textilforschungsinstitut
e. V., Chemnitz, 2002.
[4] Dorow, C. : Untersuchungen zum thermischen Verhalten einer
Thermobeschichtung. Masterarbeit am Institut für
Bautechnik
und Holzbau, Universität Hannover, 2005.
[5] Richter, T., Winkelmann-Fouad, S. :Anwendung des U-Wertes
als Kenngröße für Wärmetransportvorgänge. ln:
Cziesielski,
E . (Hrsg.): Bauphysik-Kalender 2005, Berlin: Emst &
Sohn, 2005.
Anlage 2:
Beschreibung des stationären Zustandes
Seite 121 rechts oben:
„Betrachtet man die
Wärmeströme durch eine Wand im
stationären, eindimensionalen Zustand (Bild 2), setzt sich
dieser aus drei Anteilen
zusammen“
Seite 121 rechts unten:
„Bild 2. Prinzip eines
stationären Wärmestroms Q durch eine ebene
Wand“
Seite 121 rechts unten:
„Im
stationären Beharrungszustand stellt sich
über die gesamte
Dicke der Wand ein konstanter Wärmestrom ein, …“
Seite 121 rechts unten:
„Die Wärmemenge im
stationären Zustand, die über
eine Flächeneinheit A in der Zeiteinheit t transportiert wird,
berechnet sich …“
Seite 122 links oben:
„Im Falle einer
Energieeinsparung, die durch das Auf-
bringen von ,,ThermoShield" auf den Probekörper erwar-
tet wird, müßte sich die im stationären
Zustand übertra-
gende Wärmemenge reduzieren.“
Seite 122 rechts unten:
„Wenn auf der mit
„ThermoShield" beschichteten Seite eine mindestens
10%ige Verringerung des Wärmedurchlasses im
stationären Zustand
auftritt gilt: …“
Seite 122 rechts unten:
„Die Auswertung für den
stationären Zustand erfolgte durch die
Analyse von Temperaturmesswerten“
Seite 123 rechts oben:
„Sämtliche Versuche
wurden in einem kleinen separaten
Raum ohne Fenster durchgeführt, um nach der Aufheizphase
den stationären Zustand sicher
gewährleisten
zu können.“
Seite 126 links, unter „Ergebnisse“
„Exemplarisch sind in den Bildern 11bis 15 die bildgeben-
den Thermografieaufnahmen für den nicht beschichteten
Probekörper (links) und die mit „ThermoShield“ bzw. Fas-
sadenfarbe beschichteten Probekörper (rechts) jeweils im
stationären Zustand gezeigt.“
Seite 126 rechts unten:
„Die Ergebnissein Bild 17 zeigen, daß zusammenfas-
send keine signifikanten und klar erkennbaren Unter-
schiede zwischen dem Produkt „ThermoShield“ und der
handelsüblichen Fassadenfarbe „Genius Pro Royal“ hin-
sichtlich der energiesparenden Wirkung im stationären
Zu-
stand auftraten.“
Seite 129: Bild 19, 20, 21, 22
„Messwerte des stationären Zustands“
Seite 130 oben, unter „Zusammenfassung“
„Durch einfache Bauteilversuche wurde die Energieeins-
parwirkung einer „ThermoShield“ - Beschichtung mit einer
Beschichtung aus herkömmlicher Fassadenfarbe unter
gleichen Randbedingungen im stationären
Zustand unter-
sucht.“ ***
*** Dies
findet in der veröffentlichten Zusammenfassungen keine Erwähnung.
Seite 130: Bild 23, 24
„Messwerte des stationären Zustands“
Anlagen 3 und 4:
Bildausschnitte des Aufsatzes

Anlage 3: Bild 8 und 9 von Seite 122; dargestellt sind die
Temperaturverläufe der unbeschichteten Probekörper, man erkennt die Aufheiz- und
Abkühlphase sowie den stationären Zustand, die Gesamtdauer beträgt 13,3 Stunden,
beim Probekörper Ziegel (rote Linie) ist eine Gewichtung im stationären Bereich
erkennbar; diese Grafiken mit Vergleich der Temperaturkurven der beschichteten
Probekörper enthält der Aufsatz nicht

Anlage 4: Ausschnitt aus Bild 17 von Seite 127,
Thermografieaufnahmen des beschichteten Probekörpers Ziegel im stationären (!)
Zustand, man erkennt beim ThermoShield beschichteten Feld mehr Grün-Töne („kalt“)und
beim anderen Feld mehr Rot-Töne („warm“)
Zu den Anforderungen
an wissenschaftliche Tätigkeit
Da dem Aufsatz mittlerweile ein zunehmender Stellenwert
zugeordnet wird, sei die Frage gestellt, ob man ihn unter „wissenschaftlich“
einordnen darf und ob die Untersuchung etwas „wissenschaftlich nachweist“. Was
ist wissenschaftlich?
Manchmal treffen Zitate sehr genau das gewählte Thema: „Wissenschaften behaupten
von sich, sie seien wertfrei, objektiv, sie werten den untersuchten Gegenstand
nicht und sie begründen keine Werte. Aber sie werten doch, denn eine der
härtesten Kritiken an einem Projekt oder Argument ist heutzutage immer noch: Das
ist nicht wissenschaftlich! Was also würde es bedeuten, ein Argument
wissenschaftlich zu begründen? Was begründet den Wert des Arguments
"wissenschaftlich"? [brainworker.ch]
Aufgrund der Vielfalt an Methoden und Prinzipien sowie der Uneinigkeit der
Wissenschaftstheoretiker existiert kein einheitlicher Wissenschaftsbegriff.
Unstrittig sein dürfte die Definition, dass Forschung die methodische Suche nach
neuen Erkenntnissen, ihre systematische Dokumentation und Veröffentlichung in
Form von wissenschaftlichen Arbeiten darstellt. Die Forschungsergebnisse sollen
für jedermann nachvollziehbar, überprüfbar und nutzbar sein. Insbesondere die
Kriterien der Nachvollziehbarkeit und der Überprüfbarkeit sind wichtig, gelten
sie doch auch für Gutachten von Sachverständigen.
"Der Inbegriff des durch Forschung, Lehre und überlieferter Literatur
gebildeten, geordneten und begründeten, für gesichert erachteten Wissens einer
Zeit; auch die für seinen Erwerb typische methodisch-systematische Forschungs-
und Erkenntnisarbeit sowie ihr organisatorisch-institutioneller Rahmen.
Hauptziel der W. ist die rationale, nachvollziehbare Erkenntnis der
Zusammenhänge, Abläufe, Ursachen und Gesetzmäßigkeiten der natürlichen wie der
historischen und kulturell geschaffenen Wirklichkeit; neben der Erweiterung des
Wissens über die Welt liefern vor allem Naturwissenschaft und Technik die Mittel
zu vorausschauender Planung und gezielter Veränderung der Wirklichkeit Als
Hauptmerkmal der Wissenschaft wird (außer im Marxismus) eine von Wertungen,
Gefühlen und äußeren Bestimmungsmomenten freie, auf Sachbezogenheit gründende
Objektivität angesehen, welche neben dem methodischen Konsens die
Verallgemeinerungsfähigkeit und allgemeine Nachprüfbarkeit wissenschaftlicher
Aussagen begründet." [dtv Brockhaus Lexikon in 20 Bänden; 1988]
Ein wichtiger Bestandteil der wissenschaftlichen Tätigkeit ist die Forschung.
Zunächst formuliert man eine Forschungsfrage, die das zu lösende
Forschungsproblem definiert. Dadurch erst wird zielgerichtetes Vorgehen
ermöglicht. Die Forschung schreitet in kleinen Schritten voran und das
Forschungsproblem wird in mehrere, in sich geschlossene Teilprobleme zerlegt,
die nacheinander oder von mehreren Forschern parallel bearbeitet werden können.
Die Forschungstätigkeit ist normalerweise begleitet vom ständigen regen
Austausch unter den Wissenschaftlern des bearbeiteten Forschungsfelds.
Bei Veröffentlichungen reicht der Forscher ein Manuskript an eine
wissenschaftliche Fachzeitschrift zur Veröffentlichung ein. Dort entscheidet
zuerst der Herausgeber, ob die Arbeit überhaupt interessant genug und thematisch
passend ist. Dann prüft ein Gutachter, ob die Darstellung nachvollziehbar und
ohne Auslassungen ist, ob die Auswertungen und Schlussfolgerungen korrekt sind.
Ein Redakteur vermittelt und der Forscher hat somit die Möglichkeit, grobe
Fehler zu verbessern, bevor die Arbeit einem größeren Kreis zugänglich gemacht
wird.
Einige bedeutsame Definitionen von grundsätzlicher Bedeutung liefert das so
genannte Hochschul-Urteil (BVerfGE 35, 79): „Die Freiheit, sich um den
Fortschritt der Wissenschaft zu bemühen sowie wissenschaftliche Fragestellungen,
Verfahrensweisen und Erkenntnisse öffentlich darzulegen, sei kein Sonderrecht
bestimmter Personen; sie stehe auch den Lernenden zu.
...
Eine Bewertung nach höher- oder minderqualifizierten wissenschaftlichen Aufgaben
sei jedoch mangels Unterscheidbarkeit ausgeschlossen.
...
Damit sich Forschung und Lehre ungehindert an dem Bemühen um Wahrheit als "etwas
noch nicht ganz Gefundenes und nie ganz Aufzufindendes" (Wilhelm von Humboldt)
ausrichten können, ist die Wissenschaft zu einem von staatlicher Fremdbestimmung
freien Bereich persönlicher und autonomer Verantwortung des einzelnen
Wissenschaftlers erklärt worden. Damit ist zugleich gesagt, daß Art. 5 Abs. 3 GG
nicht eine bestimmte Auffassung von der Wissenschaft oder eine bestimmte
Wissenschaftstheorie schützen will. Seine Freiheitsgarantie erstreckt sich
vielmehr auf jede wissenschaftliche Tätigkeit, d. h. auf alles, was nach Inhalt
und Form als ernsthafter planmäßiger Versuch zur Ermittlung der Wahrheit
anzusehen ist. Dies folgt unmittelbar aus der prinzipiellen Unabgeschlossenheit
jeglicher wissenschaftlichen Erkenntnis.“
Hervorzuheben seien an
dieser Stelle die Sequenzen mit dem Begriff „Wahrheit“. Über die Rolle der
Zitationsrate pro Aufsatz berichtet Walther Umstätter in seinem Aufsatz „Was ist
und was kann eine wissenschaftliche Zeitschrift heute und morgen leisten“.
[Wissenschaftsforschung Jahrbuch 2002]
„Die Abhängigkeit von staatlichen und privaten Finanzquellen
ist in vielen Bereichen so drückend, daß nicht der Wissenschaftler, sondern
seine Geldgeber über die Zielrichtung der Forschung und die Form der
Veröffentlichung entscheiden. Auch bei Wissenschaftlern bestimmt den beruflichen
Erfolg oft weniger das fachliche Können als das persönliche Talent zur
Selbstdarstellung. Der kategorische Imperativ des Wissenschaftsbetriebs lautet "publish
or perish!" - eine akademisch verfeinerte Variante des "wirb oder stirb!", das
den Produzenten von Zahnpasta oder Automobilen seit jeher im Nacken sitzt. Unter
solchen Umständen gedeiht ein Typ des Wissenschaftlers, der sich auf PR-Arbeit
und das Anbohren von Geldquellen mindestens ebenso versteht wie auf sein
eigentliches Fachgebiet.“ [Udo Leuschner, PB 4/96, zu di Trocchios Buch „der
große Schwindel“]
Ein Privileg der Wissenschaft ist, dass Ethik nicht verordnet werden muss,
sondern bereits durch Empfehlungen gesichert werden kann. Vorschläge zur
Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis unterbreitete im Januar 1998 die
Kommission "Selbstkontrolle in der Wissenschaft" der Deutschen
Forschungsgesellschaft (DFG) als Empfehlungen. Diese wurden später von den
Universitäten als eigenes Regelwerk übernommen.
Regeln guter wissenschaftlicher Praxis sollen demnach Grundsätze insbesondere
u.a. für die folgenden Themen umfassen:
·
lege artis zu
arbeiten, das heißt
nach den Regeln der Kunst; fachgerecht; auf dem neuesten Stand des
Wissens
·
alle Ergebnisse
konsequent selbst anzuzweifeln,
·
strikte
Ehrlichkeit im Hinblick auf die Beiträge von Partnern, Konkurrenten und
Vorgängern zu wahren
Fazit
Die Autoren geben als Informationsquellen zum Produkt
ThermoShield eine Broschüre und die Internetseite des Herstellers, der SICC
GmbH, an. Auf die dort gegebenen Hinweise auf erfolgte Forschungsarbeit und zu
Versuchsanordnungen gehen sie nicht ein.
Die Auswertung der Untersuchung macht kein Hehl daraus, dass lediglich der
Anteil im stationären Zustand beschrieben wird. Die Anteile im quasi-stationären
Zustand (einmaliges Aufheizen und Abkühlen ist noch keine Modulation) werden
ausgeblendet.
Auf den Umstand, dass Messungen im stationären Zustand scheinbar keine Aussage
zu einer energetischen Wirksamkeit liefern, hat die SICC GmbH in ihren
Publikationen verwiesen. Insofern stellt das Ergebnis der berichteten
Untersuchung nichts Neues dar.
Dem Aufsatz fehlt der Anspruch der Vollständigkeit und der Nachvollziehbarkeit.
Insbesondere fällt die Konsequenz auf, mit der über stationäre Zustände
berichtet und die instationären ausgeblendet werden. Oberflächenaktive
Beschichtungen lassen sich erfahrungsgemäß stationär nicht darstellen.
Ein wissenschaftlicher Dialog hat nicht stattgefunden, es erfolgte auch keine
Anforderung von Unterlagen zu bisher erfolgten Forschungen durch die Autoren. Es
ist nicht zu erkennen, dass der Versuch des selbst Anzweifelns unternommen
wurde.
Die entstellend gekürzte Zusammenfassung wird auch auf der Internetseite des
Mitautors N. Fouad bei der Universität Hannover wiedergegeben. Provoziert gar
die Unterschlagung des einschränkenden Hinweises auf die Untersuchung „im
stationären Zustand“ den Verdacht auf Unredlichkeit?
Eine Einordnung der Zeitschrift „Bauphysik“ auf die Eigenschaft als
wissenschaftliche Zeitschrift wäre gesondert zu untersuchen.
Berlin, 03.08.2007
M. Bumann
Sie sind herzlich eingeladen zum fachlichen Dialog.
::
Kontakt
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Wissenschaft, Wissenschaftler, Forscher
#1
"Auch der Wissenschaft sind Gewissenhaftigkeit und Treue keine fremden Begriffe;
denn nicht nur dem praktischen Leben, auch der reinen Forschung, die gleichfalls
auf der Universität eine Heimat hat und hoffentlich auch für immer behalten
wird, ist solch sittlicher Gehalt vonnöten.
Denn wehe dem Forscher, der in dem Vorwärtsdrängen nach großen, weitreichenden
Resultaten, vielleicht geblendet durch die ersten Erfolge einer neuen geistigen
Eroberung, die gewissenhafteste Prüfung und Sicherung der gewonnenen Stellung
unterläßt, der nicht treu und fest den gewählten Ausgangspunkt und den
eingeschlagenen Weg im Auge behält. Über Nacht kann es ihm geschehen, daß seine
mühsam gewonnene Position abgeschnitten wird und sich der einstürmenden Kritik
gegenüber als unhaltbar erweist.
Und nicht minder wehe dem Forscher, der vor einem neuen, von anderer Seite
eingebrachten Befunde, der sich nicht recht in seine eigenen Ideenkreise
einfügen will, die Augen verschließt und ihn, wenn nicht als unrichtig, so doch
als belanglos hinzustellen geneigt ist. Die Einsicht, die er für den Augenblick
zurückweist, wird er für die Zukunft um teuren Preis erkaufen müssen."
aus: „Dynamische und statische Gesetzmäßigkeit“ (Rede, gehalten bei der Feier
zum Gedächtnis des Stifters der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, am 3.
August 1914), in: „Wege zur physikalischen Erkenntnis“, Reden und Vorträge von
Max Planck, Verlag von S. Hirzel in Leipzig, 4. Auflage, 1944, S. 55
#2
"... und auf der anderen Seite findet sich auch die exakteste der
Naturwissenschaften, die Physik, sehr häufig veranlaßt, mit Vorgängen zu
operieren, deren gesetzlicher Zusammenhang einstweilen noch völlig im Dunkeln
bleibt, und die daher im wohlverstandenen Sinne des Wortes unbedenklich als
zufällige bezeichnet werden können."
aus: ebenda, Seite 56
#3
"Tatsachen lassen sich nun aber einmal nicht durch Theorien aus der Welt
schaffen, mag man dies nun unbefriedigend finden oder nicht,..."
aus: ebenda, Seite 64
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Warum die herkömmliche
U-Wert-Rechnung bei ThermoShield nicht funktionieren kann
(ThermoShield und die U-Wert-Rechnerei)
In der Vergangenheit ist es mehrfach unternommen worden,
anhand einer herkömmlichen
l- bzw. U-Wert-Betrachtung zu dem Schluss einer vermeintlichen
energetischen Unwirksamkeit zu gelangen. Das Schema dabei war einfach: man
greife sich einen Materialkennwert für die Betrachtung heraus, bestimme ihn nach
herkömmlichen Methoden, verrechne ihn mit der bekannten Materialstärke und
gelange so zu einem (gewünschten?) Ergebnis.
Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg bei dieser Vorgehensweise ist die
Vernachlässigung der Tatsache, dass der Wert der Wärmeleitfähigkeit von
ThermoShield® nur zu einem Bruchteil an der Summe der komplexen Wirkmechanismen
beteiligt ist. Dazu kommt das Problem, dass die herkömmlichen Methoden für dünne
Schichten nicht geeignet sind.
„Das Hauptproblem entsteht im Zusammenhang mit der Messung der
Wärmeleitfähigkeit einer dünnen Überzugsschicht. Die Standard-Testmethode zur
Messung der Wärmeleitfähigkeit (GHP) erfordert den Einsatz von Proben mit großer
Dicke (10-15mm). In einem derartigen Fall spiegeln die Ergebnisse nicht die
Wirklichkeit wider.“ Koniorczyk in: Experimentelle Untersuchungen zur
Wärmeleitfähigkeit des aus hohlen keramischen Mikrokugeln bestehenden
Verbundüberzugs (“Thermo-Shield”).
Der Wert der Wärmeleitfähigkeit
l
des Produktes ThermoShield® spielt im Zusammenhang mit den herkömmlichen
Betrachtungsweisen eine eher untergeordnete Rolle. Erst ab einer Größe mit drei
Nullen hinter dem Komma ist eine signifikante Wirkung der Größe mathematisch
bestimmbar. Ansonsten ist es fast egal, ob man 20 oder 2,0 oder 0,2 oder 0,02
einsetzt. Dies soll im Folgenden belegt werden.
Vorab seien rasch die Grundlagen der U-Wert-Berechnung nach
DIN 4108-4 erklärt. Für den Wert der Wärmeleitfähigkeit
l
[W/mK] gibt es Bemessungswerte aus der Tabelle. Den Wärmedurch-lasswiderstand R
[m²K/W] erhält man, indem man die Schichtstärke d [m] durch
l dividiert. Der Wärmedurchgangswiderstand RT
[m²K/W] ist die Summe aus den Wärmedurchlasswiderständen der Bauteilschichten
zzgl. der Rechenwerte für inneren und äußeren Wärmeübergangswiderstand Rsi
und Rse. Mit der Bildung des Reziprokes 1/RT erhält man
den Wärmedurchgangskoeffizienten U [W/m²K].
|
|
(1) |
(2) |
(3) |
(4) |
(5) |
(6) |
|
l (ThermoShield,Var.) |
20,00000 |
2,00000 |
0,20000 |
0,02000 |
0,00200 |
0,00020 |
|
d (ThermoShield) |
0,00030 |
0,00030 |
0,00030 |
0,00030 |
0,00030 |
0,00030 |
|
R (ThermoShield,Var.) |
0,00002 |
0,00015 |
0,00150 |
0,01500 |
0,15000 |
1,50000 |
|
R (Mz36.5) |
0,81967 |
0,81967 |
0,81967 |
0,81967 |
0,81967 |
0,81967 |
|
R (ges) |
0,81969 |
0,81982 |
0,82117 |
0,83467 |
0,96967 |
2,31967 |
|
U (ges) |
1,21998 |
1,21978 |
1,21777 |
1,19808 |
1,03128 |
0,43110 |
Tabelle 1: Datentabelle zur Berechnung mit
Zehnerpotenzvarianten zu
l = 0,02
Zeile 1 und 2 sind die gegebenen Materialkennwerte von
ThermoShield®, wobei für
l Varianten gebildet wurden, der reale Wert beträgt 0,02 W/mK (Spalte 4).
Gerechnet wird mit einer 36,5 cm starken Mauerwerkswand (r=
1.400, l=
0,58) innen 15 mm (r=
1.400, l=
0,70) und außen 25 mm (r=
1.800, l=
0,87) geputzt; R = 0,819 m²K/W und U = 1,22 W/m²K. Der
l-Wert 0,02 wurde 1991 von den Calcoast Labs bestimmt. Der
l-Wert
0,04 in Tabelle 2 wurde 2004 von Koniorczyk (s.o.) bestimmt. 3M hat 1998
l mit 0,022 bestimmt.
|
|
(1) |
(2) |
(3) |
(4) |
(5) |
(6) |
|
l (ThermoShield,Var.) |
40,00000 |
4,00000 |
0,40000 |
0,04000 |
0,00400 |
0,00040 |
|
d (ThermoShield) |
0,00030 |
0,00030 |
0,00030 |
0,00030 |
0,00030 |
0,00030 |
|
R (ThermoShield,Var.) |
0,00001 |
0,00008 |
0,00075 |
0,00750 |
0,07500 |
0,75000 |
|
R (Mz36.5) |
0,81967 |
0,81967 |
0,81967 |
0,81967 |
0,81967 |
0,81967 |
|
R (ges) |
0,81968 |
0,81975 |
0,82042 |
0,82717 |
0,89467 |
1,56967 |
|
U (ges) |
1,21999 |
1,21989 |
1,21888 |
1,20894 |
1,11773 |
0,63708 |
Tabelle 2: Datentabelle zur Berechnung mit
Zehnerpotenzvarianten zu
l = 0,04
Nun könnte mancher meinen: alles nur Zahlenspielereien. Ja,
da muss man ihm zustimmen, die Rechnungen nach herkömmlicher
U-Wert-Theorie sind bei ThermoShield® Zahlenspielereien. Dies
verdeutlichen auch die Grafiken (l
mit x·101 wurde weggelassen).

Bild 1: Graph der Funktion f(x) =
l
(ThermoShield,Var.) Bild 2: Graph der Funktion f(l)
= U (ges)
Angesichts der willkürlichen Streuung der Werte von 0,02 bis
40 und dem resultierenden U (ges) von stets ca. 1,2 wird deutlich, dass
man sich diese Form der Betrachtung sparen kann. Dazu kommen noch die
Umstände, dass der U-Wert stark von der Feuchtesituation des Bauteils
beeinflusst wird. Ein nasser Pullover wärmt nicht gut, das ist hinlänglich
bekannt. Weitgehend unbekannt ist, dass
l auch temperaturabhängig ist. Es rechnet sich aber besser, wenn man diese
Randbedingungen gem. DIN ausblendet. Übrigens beeinflusst Exterieur den
Wert von Rse.
Um die Wirkung von ThermoShield® zu erläutern, ist eine
komplexe Darstellung der Wirkmechanismen erforderlich, wie es mit Tabelle
3 in übersichtlicher Form gegeben ist.
|
Ober-fläche |
inner-
halb |
Kon- duktion |
Kon- vektion |
Strah- lung |
Wirkmechanismus |
Sym- bol |
Wirk-
anteil |
|
x |
|
|
|
x |
Emission |
e |
3,5% |
|
x |
|
|
|
x |
Reflexion |
r |
2,6% |
|
x |
|
|
|
x |
Solare Gewinne |
-qS |
10,7% |
|
x |
|
x |
x |
|
Kontakttemperatur
|
b |
6,3% |
|
x |
|
|
x |
|
Konvektionsbremse |
c |
1,9% |
|
|
x |
x |
x |
|
Latentwärmespeicherung |
DT |
6,6% |
|
|
x |
x |
x |
|
Enthalpie
|
dH |
9,3% |
|
|
x |
x |
|
|
Konduktion
|
l,
U |
5,4% |
|
|
x |
x |
|
|
Entfeuchtung |
k |
23,2% |
|
|
x |
|
x |
|
Diffusion |
m |
1,8% |
|
|
x |
|
|
x |
Scattering
|
MI |
28,7% |
|
Lage |
Energietransport |
Insgesamt |
S |
100,0% |
Tabelle 3: Die Wirkanteile von ThermoShield®
Zusammenfassung:
Der U-Wert bzw.
l ist nur eine Materialkenngröße von vielen. Der
l-Wert
von ThermoShield® ist mit 0,02 … 0,04 W/mK hinlänglich bekannt. Eine
genauere Bestimmung wird nicht viel nützen, da nach herkömmlicher
U-Wert-Rechnung anscheinend keine signifikante Veränderung der
Wärmeleitfähigkeit der Wand bestimmbar ist. Die Wirkmechanismen von
ThermoShield® sind im Komplex zu beschreiben, die Selektion einzelner
Werte führt zu falschen Schlussfolgerungen.
Umkehrschluss
und Relation:
Erzielt man durch eine Beschichtung mit ThermoShield® 15%
Einsparung an Heizenergie, muss bei einem Flächenanteil der Außenwand von
40% deren effektiver U-Wert um 37,5% verbessert worden sein (0,4 x 0,375 =
0,15).
© SICC GmbH, dib, 21.04.2005
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