Wem soll man nun glauben?
Der Studie des Studie von Prof. Dr.-Ing. Menkhoff im
Auftrage der AMz oder
der des Instituts für Absatzforschung und kundenorientiertes Marketing
(= FV WDV)?
Ich glaube der Studie des Studie von Prof.
Dr.-Ing. Menkhoff,
auf die Aussagen und Angaben des FV WDV gebe ich keinen Pfifferling.
DIMaGB
20.08.2005
nach oben
Auch Fertighäuser können isoliert werden
BNN-Immobilienteil 08.02.2003 (BNN = Badische Neueste Nachrichten, MB)
Leserbrief von Rainer Romer, Karlsruhe:
Sehr geehrter Herr B.,
Ihren Artikel möchte ich gerne kritisch kommentieren:
Wärmedämmverbundsysteme auf Fassaden bewirken im Verlauf der Jahre negative
Effekte: Auf der Außenoberfläche der (zumeist Polystyrol-) gedämmten Fassade
kondensiert nachts Wasser. Der Oberflächentemperaturverlauf einer gedämmten Fassade ist vergleichbar mit
dem einer KFZ-Karrosserie- Oberfläche, dort ist der Morgentau regelmäßig zu beobachten.
Das gleiche geschieht auf der gedämmten Hauswand. Im Lauf der Zeit siedeln sich auf der
Hausoberfläche Algen an, was beim PKW nicht zu beobachten ist, da Autos häufiger
gereinigt werden als Hausoberflächen.
Nebenbei: Styropor schwimmt zwar und dämmt auch, nimmt aber, wenn es die Gelegenheit
bekommt, kontinuierlich Wasser auf, man denke hier an ein Stück Styropor, das im
Wasserloch liegt, nach spätestens 2-3 Jahren geht es unter, da es sich mit Wasser
vollgesogen hat. Dann dämmt es auch nicht mehr. Ähnliches findet im Lauf der Jahre an
der gedämmten Oberfläche statt: sie wird allmählich feucht, die Dämmeigenschaften
nehmen ab und die Algentätigkeit zu.
Baustoffe am Haus sollten im Hinblick auf Zeiträume von 50-150 Jahren ausgewählt
werden, sonst sind sie abzulehnen. Feuchtes Dämmmaterial ist so wertlos wie ein nasser
Pullover.
Dämmsysteme werden regelmäßig mit Kunstharzleim auf die alte Fassade aufgebracht.
Der Leim dichtet den alten Wandaufbau jedoch ab. Es kann nun keinerlei Feuchtetransport
mehr von innen durch die Außenwand nach außen mehr stattfinden, was nun eine
Durchfeuchtung der innenseitigen Außenwand zur Folge hat. Man darf keinesfalls
vernachlässigen, dass die Außenwand von Wohnhäusern einen beträchtlichen Teil der
Wohnraumfeuchte aufnimmt und idealer weise durch Kapillarwirkung oder mittels
Diffusionsprozesse nach Außen abgeben können muss.
Die innenseitige Außenwand durchfeuchtet sich dementsprechend im Lauf der Jahre, wobei
der Effekt umso stärker auftreten wird, je schlechter die Bewohner lüften oder je besser
die Fenster abdichten. Der oben genannte Pullover-Effekt wird dadurch innenseitig
verstärkt, der Wärmeschutz der Außenhaut nimmt weiter ab.
Zusätzlich erhöht sich nun auch noch die Wohnraumluftfeuchte innen, eben weil die
Außenwand keinen Beitrag mehr zur Entfeuchtung liefern kann. Feuchte Luft jedoch erhöht
beim Heizen den Wärmebedarf gegenüber trockenerer Luft beträchtlich und man muß die
Frage gestatten, ob das Dämmsystem wirklich das leistet, was die Dämmstoffindustrie
verspricht.
Die schlimmste Folge dieser Mechanismen ist innenseitiger Schimmel, der nun nicht
einmal mehr auf Taupunkttemperaturen auf der Wandinnenoberfläche angewiesen ist, sondern
von der allgemeinen Durchfeuchtung der Wand profitiert und sich im Wohnraum breit macht.
Auf Schimmel folgen mehrere unterschiedliche Krankheiten, da der menschliche Körper
unzureichend auf die Sporen reagieren kann.
Leider ist meine Kritik hier noch nicht zu Ende: Viele Jahre später ist der stolze
Hausherr von heute längst Geschichte. Irgendwann wird sein Häuschen nach verschiedenen
Besitzerwechseln dann auch das Zeitliche segnen, ich gehe wie oben angedeutet, von einer
wünschenswerten Lebensdauer von 100-150 Jahren aus. Dann werden sich unsere Nachfahren
angesichts der insgesamt fragwürdigen Dämmmaterialien zähneknirschend (oder auch
wutschnaubend) an unsere Tun erinnern, denn dann werden sich die meisten Dämmmaterialien
nicht, wie bei Omas Massiv-Ziegelhäuschen usus, einfach auf den nächsten Feldweg kippen
lassen.
Findige Geschäftsleute von heute sollten sich von daher bereits jetzt die künftigen
Geländebereiche sichern, die potentiell für Sondermülldeponien geeignet sind, um auch
morgen wieder dabei sein zu können, wenn beim Volk Kasse gemacht wird.
Ihre Aussage, dass durch die gestiegene Innenoberflächentemperatur die Schimmelgefahr
sinkt, halte ich zwar kurzfristig für zunächst vielleicht plausibel, langfristig jedoch
für falsch, da meiner Meinung nach und angesichts der oben angeführten Argumentation das
Gegenteil eintritt! Auch Ihre weiter folgenden Ausführungen lassen beim genaueren Lesen
viele Fragezeichen zurück, da Sie Baustoffe nicht ausreichend kritisch betrachten.
Ich kann nicht auf alle Ihre Punkte detailliert eingehen. Nur soviel: Dreifach
isolierverglaste Fenster führen dazu, dass zumindest Pflanzenwachstum im Hausinnnern
nicht mehr erfolgversprechend stattfindet, da zuviele Lichtanteile fehlen. Ich befürchte,
dass in solchem Wohnmilieu der Mensch langfristig ebenfalls Schaden nimmt.
Im Bereich der Ihrerseits angesprochenen Dachdämmung wage ich die These, dass ein
Dachgeschoss, welches im Sommer angenehme Kühle beherbergt, im Winter näherungsweise
auch guten Wärmeschutz bietet. Dies ist jedoch mit der von Ihnen dargestellten Methode
der Zwischensparrendämmung vermutlich schlechter realisierbar als mit einer massiven
Holzdämmung zwischen den Sparren. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die am 3.4.2002
bei der ARD veröffentlichten Lichtenfelser Versuche.
Ich bitte Sie abschließend höflich um die Veröffentlichung der von Ihnen genannten
halbierten Heizenergieverbräuche infolge der realisierten Einblasdämmsysteme, wobei mich
weniger die errechneten Heizenergieverbräuche als vielmehr die tatsächlich real
existierenden interessieren
Wer sich an die Dämmung eines Hauses machen möchte, dem kann ich die Lektüre von
http://www.konrad-fischer-info.de empfehlen.
Rainer Romer
D-76229 Karlsruhe
An die BNN-Redaktion, zur Weiterleitung an den Chefredakteur
Karlsruhe
Sehr geehrte Damen und Herren,
anbei erhalten Sie im pdf-file einen BNN-Fachartikel zum Thema Bau (08.02.2003), sowie
meinen Leserbrief dazu. Den Leserbrief wollte der Fachredakteur nicht freigeben.
Begründung: Leserbriefe werden nur betreffend dem BNN-Lokalteil veröffentlicht.
Der vorliegende Fachartikel ist jedoch kein eigenrecherchierter Bericht Ihres Redakteurs,
sondern leider nur die redigierte Vorlage der Fa. R., die damit die BNN optimal als
Werbeplattform nutzen kann. Werbung ist jedoch nur in den dafür gekennzeichneten
Zeitungsflächen vorgesehen.
Der Immobilienteil der BNN enthält fast ausschließlich Anzeigen und Inserate und wird
von den Bauinteressierten der Region regelmäßig gelesen. Im exponierten redaktionellen
Bereich erwarten die meisten Bauwilligen sauber recherchierte und objektive Berichte, und
keine weitere Werbung, die als Redaktionsbeiträge getarnt sind. Ich bitte Sie höflich um
diesbezügliche Beachtung. Weiterhin bitte ich Sie nochmals um Veröffentlichung meines
Leserbriefs, sowie künftig um mehr redaktionelle Beiträge, die sich an den anerkannten
Regeln der Baukunst orientieren und nicht an kurzlebigen Modeerscheinungen, die sich
bereits in wenigen Jahren als Sondermüll entpuppen werden. Das sind Sie Ihren heutigen
und auch Ihren künftigen Lesern schuldig.
MfG
Rainer Romer
nach oben
Nachteile von WDVS aus der Sicht Anderer

Faksimile: Ausschnitt von der Innenseite des rechten Blattes des Folders von
Wienerberger
Aus der Sicht von Wienerberger bergen die WDVS folgende Gefahren:
- Gefahr der Schimmelbildung
- Gefahr der Veralgung
- Gefahr durch Beschädigung
- Gefahr durch Brand
Ein Problem wird darin gesehen, dass "so eine mindestens 15 cm dicke Haut aus
lauter künstlichen Stoffen eine gesunde Feuchtigkeitsregulierung so gut wie gar
nicht" zulässt. Summa summarum muss sich niemand wundern, "dass
Wärmedämmverbundsysteme früher oder später ein Fall für den Sondermüll ...
sind."
Kommentar: ohne
April 2007
nach oben
aus:
BauherrenForum bei DIMaGB.de (2001 bis 2003)
Gekammerte Ziegelwand nachträglich dämmen?
Frage: Ich besitze ein Siedlungshaus Baujahr 1938. Die Außenwand besteht
aus einer Ziegelschicht 250x150 mm (bxh). Der Ziegel besitz zwei getrennte
Luftkammern. Von Innen ist eine 35 mm zementgebundene Holzwoll-Platte angebracht
und mit Putzmörtel verputzt. Gibt es für diese Konstruktion eine bauphysikalisch
saubere Möglichkeit die Außenwand nachträglich zu dämmen? Mit freundlichen
Grüssen V.
Antwort 1: Ja, gibt es. Das war die gute Nachricht. Jetzt die schlechte:
das kann man nur vor Ort beurteilen. Vorsicht! Dämmung einer Wand kann dazu
führen, dass auf einmal Kondenswasser an den Fenstern ausfällt. (Martin Beiße)
Antwort 2: Sehr geehrter Herr V., wozu soll denn die zusätzliche Dämmung
gut sein? Ich glaube nicht, dass die von Ihnen beschriebene gekammerte
Ziegelwand so schlechte Eigenschaften hat, dass sich die Investition in ein WDVS
lohnt. Wenn das Wandsystem bislang funktioniert hat und die Mindestwerte für die
Wärmedämmung eingehalten sind (was ich ungesehen glaube), lassen Sie es doch
einfach.
Herr Beiße hatte schon den Daumen drauf: sobald Sie außen noch ne Dämmlage
draufklatschen, kann das problematisch werden. Und ein gekammerter Ziegel hat
sehr viel Platz, Tauwasser aufzunehmen, bis Sie das irgendwann mal merken. Wie
das mit Tauwasser, Kapillarwirkung und Diffusion zusammenhängt, können Sie hier
auf der Homepage im Infobereich BAUPHYSIK nachlesen.
Re: Sehr geehrte Herren, der Grund für die Dämmung ist in der Absicht zu suchen
Heizöl zu sparen. Das alte Haus hat eine beheizte Wohnfläche von ca. 50 qm.
Später habe ich einen Flachbau angebaut mit ca. 60 qm beheizter Wohnfläche.
Dieser Bau von 1986 hat 360er Außenwände. Das Flachdach ist mit 100 mm Styrotect
ähnlichen Material gedämmt. Für diese Fläche von 110 qm benötige ich etwa
durchschnittlich 2.800 l Heizöl im Jahr. In dem alten Haus habe ich noch eine
Reserve gesehen. Mit freundlichen Grüssen
Antwort 3: Ich versuche einmal ohne genaue Kenntnis aller Bauteile eine
überschlägige Wirtschaftlichkeitsberechnung. Sollte ich deutlich daneben liegen,
bitte ich die Experten im Forum um Verbesserung.
Etwa 10%-15% Ihres Heizöles benötigen Sie für die Warmwasserbereitung, es
verbleiben also 2500 Liter für die Heizung. Der Lüftungswärmebedarf dürfte davon
25%-30% ausmachen. Es verbleiben somit knapp 1.900 Liter für die Deckung des
Transmissionswärmeverlustes, als für das was durch die Umfassungsbauteile nach
außen abgegeben wird.
Daran haben die Wände je nach Gebäudeabmessung und Ausbildung der Bauteile einen
Anteil von 30-40%, maximal 'verschlingen' die Wände also 700-800 Liter Heizöl.
Hiervon wird der Löwenanteil auf Ihren Altbau entfallen, sagen wir einmal gut
500-600 Liter. Durch eine Verbesserung des k-Wertes (seit 1.2.2002 U-Wert) um
100% oder auch noch darüber können Sie dann 300 bis 400 Liter Heizöl jährlich
einsparen. Bei heutigen Energiepreisen entspricht dies weniger als 200 Euro im
Jahr. Bei der gesamten eben gemachten Abschätzung habe ich einigermaßen
großzügig gerechnet.
Die Kosten für ein Wärmedämmverbundsystem für Ihren Altbau müssten Sie sich
anbieten lassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie unter 5.000 Euro damit
hinkommen (meine Zahl ist mit grosser Unsicherheit behaftet, da ich die Fläche
und den Preis nur grob abschätzen kann).
Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten wird sich eine Investition von 5.000 Euro
bei Einsparung von max. 200 Euro p.a. schwer rechnen. Wenn Sie den Betrag
langfristig mit 4% über der Inflationsrate anlegen können, holen Sie die
Mehrkosten für die Beheizung herein, konstante Energiekosten vorausgesetzt. Die
Bauphysik und die Wohnbehaglichkeit habe ich bei meinen Ausführungen außer Acht
gelassen. (Bruno Stubenrauch)
Zugabe: Ich danke Kollegen Stubenrauch für die transparente Darstellung.
Anhand aller unserer Gedanken zum Thema erkennt der Bauherr:
1. Dämmung mag zwar nützlich sein, aber nicht gleichzeitig wirtschaftlich
2. Dämmung kann Spareffekte erzielen (um welchen Preis?), aber gleichzeitig
Schaden anrichten
3. auf der Grundlage gesicherter Kenntnisse lassen sich für den konkreten Fall
leider
doch nicht ohne weiteres sichere Schlüsse ableiten
Wenn ich von einer Baufirma wäre, würde ich Herrn V. dringend zu einem WDVS
raten (das ist dann wenigstens für den Umsatz der Firma gut, wenn auch nicht für
Herrn V.). Da ich aber einen Sinn fürs praktische habe, rate ich folgendes: wenn
Sie handwerklich begabt sind oder Ihnen ein Freund helfen kann (aber bitte keine
Schwarzarbeit!) verfahren Sie wie folgt: verbreitern Sie durch betonieren das
Fundament und mauern Sie eine Ziegellage davor.
Die ist so dick, wie es nur geht (an Verankerung und die Traufsituation
denken!). Sie wird dicht angesetzt und ohne jede Trennlage dazwischen
hochgezogen. Dann kommt ein mineralischer Außenputz dran (am besten Kalkputz!).
So entsteht eine dicke und weitgehend homogene Außenwand aus Ziegelmauerwerk.
Die dämmt besser als die bisherige, aber sie gestattet auch solare Wärmegewinne
(ein WDVS nicht) und sie hat ein gutes Speichervermögen. Dadurch werden die
Temperaturamplituden gesenkt, es ergibt sich eine gute Phasenverschiebung und
Behaglichkeit stellt sich ein. Außerdem lässt diese Wand Wasser in jeder Form
raus (flüssig und dampfförmig), auch kapillar an der Außenseite! Das macht ein
"diffusionsoffenes" WDVS nicht immer.
Lesen Sie die Beiträge im Infobereich Bauphysik, dann werden Sie vieles besser
verstehen.
nach oben
aus:
BauherrenForum bei DIMaGB.de (2001 bis 2003)
Dachausbau Giebeldämmung
Frage 1: Wir möchten unser Alt-Dach ausbauen. Idee: die 140er Sparren
entsprechend mit Glas-/Steinwolle WLG 035 voll dämmen (diffusionsoffene
Unterspannbahn vorhanden), dann Dampfsperre/Luftdichtigkeitsschicht, dann
Untersparrendämmung 40mm oder 50mm.
1. Geht das?
2. Die Giebelwände (24cm) sollen ebenfalls von innen gedämmt werden. Wie dick
kann/soll diese Dämmung sein? Da gibt es Taupunktverlagerung möglicherweise????
Was ist das?
Vielen, vielen Dank fürs Mitdenken!, L.
Antwort 1: Sehr geehrter Herr L.,
mitdenken kann man ja auch hier im Forum. Eine vernünftige Planung wird das
allerdings nicht ersetzen. Zur ersten Frage: 14 cm MiWo WLG 035 + 5 cm
Untersparren-Dämmung - das geht.
Es kommt allerdings darauf an, was für eine Dampfbremse und was für eine
Unterspannbahn genommen wird. Dann ist es wichtig zu wissen, ob die Ziegel auf
einer Lattung liegen oder ob es eine Schalung mit Bahnen gibt (eher
unwahrscheinlich).
Man muss also die gesamte Konstruktion betrachten und dann ist zu entscheiden,
ob der Nachweis zum Tauwasserschutz nach DIN 4108 oder nach dem ZDVH-Merkblatt
geführt wird. Merke: Unterspannbahnen und Dampfsperren (-bremsen) können
diffusionsoffen oder -dicht sein, je nach Material.
Zur Giebelwand: im Prinzip gilt dasselbe. Man betrachte die gesamte Konstruktion
(Putz, Ziegelmaterial, geplante Dämmung) und führe daraufhin die erforderlichen
Nachweise. So etwas lässt sich durch Antwortensammeln in Foren nicht ersetzen.
Wichtig sind hierbei auch wirtschaftliche Überlegungen (was ist vom Geldeinsatz
her sinnvoll?), da muss man schon mal hin- und herrechnen, dazu sagt man auch
optimieren.
Frage 2: Danke, so richtig klar war mir nicht, wie kompliziert es ist und
wie viel man wahrscheinlich falsch machen kann. Dachziegel liegen auf Lattung,
Unterspannbahn Tyvek/Klöber HD Soft (SD < 0,02). Ausbauen wollten wir mit
Produkten der Fa. Isover (oder vielleicht Rockwool?).
Gruß, L. S.
Antwort 2: Das Fabrikat ist doch völlig egal. Mineralwolle ist
Mineralwolle. Entscheidend sind die Eigenschaften, die der Hersteller mittels
der technischen Blätter angibt.
nach oben
Richtlinie "Bestimmung des solaren Energiegewinns
durch Massivwände mit
transparenter Wärmedämmung" zeigt gravierende Mängel
der DIN 4108 / EN 832 auf
Im Juni 2000 erschien die Richtlinie "Bestimmung des solaren
Energiegewinns durch Massivwände mit transparenter Wärmedämmung" des
Fachverbandes Transparente Wärmedämmung e.V. Als Autor der Überarbeitung
der zweiten Auflage wird Hr. Dr. Werner J. Platzer vom Fraunhofer Institut
für Solare Energiesysteme (ISE) angegeben, der bereits der Redaktion der
ersten Auflage des Arbeitskreises Normung des Fachverbands TWD angehörte.
Das Prinzip der TWD wird eingangs erläutert: "Mit dem Prinzip der
transparent wärmegedämmten Solarwand lassen sich auf angenehme,
komfortsteigernde Art solare Gewinne erzielen. Die wärmespeichernde
Massivwand, die vorgesetzte oder aufgebrachte transparent- wärmegedämmte
vorgesetzte Schale mit ihren Eigenschaften bestimmen den Wirkungsgrad
dieser solaren Niedrigtemperaturheizung." Das Ziel der Richtlinie wird
damit angegeben, "ein eindeutiges, bauphysikalisch korrektes und
verifiziertes Berechnungsverfahren für die solaren Energiegewinne durch
diese Solarwände darzustellen."
Im weiteren wird begründet: "Die europäische Norm DIN EN 832
berücksichtigt transparente Wärmedämmung im Ansatz, jedoch fehlen für die
praktische Anwendung die genauen Hinweise zur Umsetzung. Weder wird
festgelegt, wie aus Bauteilkennwerten unter Berücksichtigung der
jeweiligen objektspezifischen Gegebenheiten der Systemwirkungsgrad
berechnet wird, noch ist die explizit vorhandene Abhängigkeit des
Gesamtenergiedurchlassgrades von Fassadenorientierung und Jahreszeit
gegeben."
Die Vorgaben der Richtlinie orientieren sich an den Ergebnissen des
europäischen Forschungsprojektes ALTSET (Angular-dependent Light and Solar
Energy Transmittance) im Rahmen des Forschungs-programmes "Messen und
Prüfen". In einem ergänzenden deutschen Forschungsprojekt sollten die
Arbeiten auf Sonnenschutzsysteme und Freiluftmessungen ausgeweitet werden.
Ergebnisse hierzu sind dem Autor nicht bekannt.
Bemerkenswert ist die Erläuterung zur Rolle der massiven Außenwand: "Zur
Speicherung der solaren Gewinne ist ein massives Wandbauteil raumseitig
zum TWD-Bauteil sinnvoll. Die Wärme muss durch dieses Bauteil nach innen
abgeführt werden, daher ist ein nicht allzu hoher Wärmewiderstand
erwünscht. Auch sollte die Massivwand die Wärme gut speichern. Baustoffe
ab 1200 kg/m3 werden daher empfohlen."
Die Richtlinie behandelt zwei grundlegend verschiedene Varianten der
TWD-Solarwand, dabei stellt der Typ T eine Solarwand mit vorgesetztem
lichtdurchlässigem TWD-Produkt (z.B. Verglasung mit innenliegendem
TWD-Material) dar. "Bei Typ T trifft zumindest teilweise noch
Solarstrahlung auf die Massivwand, wo sie in Abhängigkeit von deren Farbe
absorbiert werden kann." Zur Charakterisierung der Massivwand wurden
projektspezifisch im allgemeinen die Kennwerte der Massivwand hinter dem
TWD-Bauteil ermittelt: der gesamte Wärmedurchlasswiderstand des massiven
Tragwerks R(w)
und der solare Strahlungsabsorptionsgrad der äußeren Oberfläche der
Massivwand
Die Vornorm DIN V 4108-6:1995-04wurde überarbeitet, um mit den Vorgaben
der europäischen Normung Die überarbeitete Endversion der DIN V
4108-6:2000 enthält die Gleichung (23) für das im Vergleich zum
vereinfachten Heizperiodenbilanzverfahren genauere Monatsbilanzverfahren.
Für diese normierten Rechenverfahren wurden einige grundlegende Mängel
eruiert, welche durch die Richtlinie eliminiert werden sollen:
• "gTWD (oder engl. gTI) ist auf Grund der Winkelabhängigkeit der TWD und
des unterschiedlichen Sonnenstandes für jeden Monat und jede
Fassadenorientierung separat zu ermitteln; der pauschale Ansatz Fw.gi
unterschätzt i.a. die Energiegewinne in der Heizperiode
• Die Lage der Absorptionsebene der Solarstrahlung im Gesamtbauteil ist
nicht eindeutig. Die Absorption findet teilweise oder sogar ganz im
TWD-Bauteil statt; auch auf der Oberfläche des dahinterliegenden Bauteils
(Massivwand) kann Solarstrahlung absorbiert werden. Dieser Anteil hängt
neben dem Transmissionsgrad des TWD-Bauteils auch von der bauseitig
bestimmbaren Farbe des Anstrichs bzw. Putzes der Massivwand ab.
• Der Abminderungsfaktor FC für Sonnenschutzvorrichtungen kann im
allgemeinen Fall identisch eins gesetzt werden, wenn der Sonnenschutz in
der Heizperiode nicht aktiviert wird, oder wenn keine
Sonnenschutzvorrichtung eingesetzt wird
• Der Verschattungsfaktor Fs mit Werten zwischen 0 und 1 stellt die
Reduzierung der auftreffenden Sonnenstrahlung als Folge dauernder
Verschattung der betroffenen Oberfläche dar (andere Gebäude, Topographie
oder Bauteilüberstände). Auch dieser Faktor kann für verschiedene
Orientierungen und Jahreszeiten variieren. Im Sommer beispielsweise kann
dieser Faktor auf Grund vorgesetzter Balkone oder Dachüberstände klein
genug sein, um eine Verschattungsvorrichtung zu ersetzen, während er im
Winter wegen tiefstehender Sonne nahe bei 1 liegt."
Bezüglich Gleichungen (102-104) der DIN V-4108-6:2000 wird ein eklatanter
Mangel aufgeführt:
"Grundsätzlich wird in der Bestimmung des Gesamtenergiedurchlassgrades die
langwellige Abstrahlung mitberücksichtigt. Es ist also auch bei der
vereinfachten Methode Gleichung (104) der DIN V-4108-6:2000 zu empfehlen.
Ein zusätzlicher Wärmeabstrahlungsverlust von der Bauteilaußenoberfläche
an den klaren Himmel erfolgt sowohl tagsüber als auch nachts. Er hat mit
den solaren Energiegewinnen nichts zu tun, sondern ist den Wärmeverlusten
zuzurechnen. Auch ist dieser zusätzliche Wärmeabstrahlungsverlust keine
spezielle Eigenschaft der Transparenten Wärmedämmung, sondern müsste ggf.
bei allen Bauteilen (opake und transparente einschließlich der Fenster)
berücksichtigt werden. Gleichung (101) der DIN V-4108-6:2000 ist daher
irreführend."
Interessant die Feststellungen zum Gesamtenergiedurchlassgrad: "Bei einem
transparenten TWD-Bauteil (Typ T) ist der bauseitige Absorptionsgrad der
Massivwand für die Absorption der transmittierten Solarstrahlung
entscheidend. Nicht absorbierte Strahlung wird zurückreflektiert und
teilweise im TWD-Bauteil absorbiert. Dieser letztere Anteil ist für dunkle
Farben vernachlässigbar klein, bei höheren Wandreflexionsgraden wird er
wichtig." Daher trifft man eine Fallunterscheidung bei der Berechnung des
gTWD nach dunkel gestrichener oder verputzter
Wandaußenoberfläche mit einem Wandreflexionsgrad > 0,9 und nach hell
gestrichener oder verputzter Wandaußenoberfläche mit einem
Wandreflexionsgrad = 0,9.
In der Richtlinie wird festgestellt, dass Gleichung (19) der DIN
4108-6:2000 als Grundgleichung für die solaren Gewinne im
Heizperiodenbilanzverfahren "nicht vom effektiven g-Wert, sondern von
einem maximalen g-Wert (entspricht gn)" ausgeht. "Im
Heizperiodenbilanzverfahren ist also implizit eine Reduktion um 15% in den
Strahlungsgewinnfaktoren eingerechnet. Daher müssen die dort
einzusetzenden Werte rückgerechnet werden."
Unter 8. Ausblick wird ausgeführt: "Mit der vorgestellten Richtlinie
ist erstmals eine detaillierte Anleitung für den Planer von TWD-Systemen
vorhanden, die in eindeutiger und unparteiischer Weise eine Berechnung der
Solargewinne innerhalb des Rahmenwerks der neu überarbeiteten DIN-V 4108-6
ausführt."
Fazit:
Wieder einmal wurde an einem praktischen Beispiel vorgeführt und
bewiesen, dass Formelspiele allein nicht genügen und dass vereinfachende
Annahmen falsche Ergebnisse liefern müssen. Deshalb stützt sich die
Richtlinie auf Ergebnisse des des Forschungsprogrammes "Messen und
Prüfen".
Man darf sich insofern wünschen, dass die Methode des Messens und
Prüfens, von der man sich Mitte der 80er Jahre weitgehend verabschiedet
hat, wieder verstärkt Einzug halten darf.
Die Rolle der wärmespeichernden und -leitenden Massivwand wird hier -
anders als in DIN 4108, wo man die speichernde Wirkung nur noch den
Innenbauteilen zuspricht - ins rechte Licht gerückt.
DIN EN 832 trifft Berücksichtigungen im Ansatz, lässt jedoch genaue
Hinweise zur Umsetzung sowie wichtige Festlegungen vermissen. Hier stellt
sich die berechtigte Frage, ob Halbheiten per Dekret berechtigterweise zur
Regel der Technik erhoben worden sind.
Wichtig die Feststellungen zum zusätzlichen Wärmeabstrahlungsverlust
von der Bauteilaußenoberfläche an den klaren Himmel: erfolgt sowohl
tagsüber als auch nachts und er hat mit den solaren Energiegewinnen nichts
zu tun, sondern ist den Wärmeverlusten zuzurechnen. Wie allgemein bekannt
ist, wird er auch in der novellierten Norm für Fenster nicht angewendet.
Im Heizperiodenbilanzverfahren wurde im Juni 2000 implizit eine
Reduktion um 15% in den Strahlungsgewinnfaktoren eingerechnet. Auch daran
hat sich bis heute nichts geändert. Denn es kann nicht sein, was nicht
sein darf. Insofern lassen hier eine Minderung, da ein vereinfachender
Faktor auf Zielorientiertheit schließen.
Wenn erstmals mit der Richtlinie "eine detaillierte Anleitung für den
Planer von TWD-Systemen vorhanden (ist), die in eindeutiger und
unparteiischer Weise eine Berechnung der Solargewinne innerhalb des
Rahmenwerks der neu überarbeiteten DIN-V 4108-6 ausführt", darf man darauf
schließen, dass die Norm nicht eindeutig, dafür aber parteiisch angelegt
ist. Nur: was wurde seit Juni 2000 übernommen?

"auch auf der Oberfläche des dahinterliegenden Bauteils (Massivwand) kann
Solarstrahlung absorbiert werden. Dieser Anteil hängt neben dem
Transmissionsgrad des TWD-Bauteils auch von der bauseitig bestimmbaren
Farbe des Anstrichs bzw. Putzes der Massivwand ab."
Die mit " ... " gekennzeichneten Texte sowie das Bild sind Zitate aus
Richtlinie "Bestimmung des solaren Energiegewinns durch Massivwände mit
transparenter Wärmedämmung" des Fachverbandes Transparente Wärmedämmung
e.V. Auszugsweiser Nachdruck unter Quellenangabe gestattet. Vertrieb:
Fachverband TWD e.V.
Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann
09.08.2004
nach oben
Energiesparen und Klimaschutz - Interview
Sollen wir unsere Häuser zu Tode dämmen?
Die Schimmelpest breitet sich aus: trotz Wärmedämmung oder gar durch sie? In der
Fachwelt rumort es. In der Wissenschaft wächst die Opposition gegen staatlichen Zwang zur
Wärmedämmung auch im Wohnungsbestand, wie er in der neuen Energieeinsparverordnung
formuliert ist. Unter den Immobilieneigentümern wächst die Unruhe. Wärmedämmung eine
kostspielige Fehlinvestition?
Haus & Grund Rheinland - Pfalz hat einen renommierten Bausachverständigen
eingeladen, in dem folgenden Interview die Bedenken der kritischen Wissenschaft
allgemeinverständlich vorzutragen. Dipl. - Ing. Konrad Fischer ( Hochstadt / Main )
beleuchtet in Schlaglichtern die sich immer deutlicher abzeichnenden technischen,
rechtlichen und damit auch finanziellen Folgeprobleme eines bei Licht betrachtet zu oft
nur auf pseudowissenschaftlichen Annahmen aufbauenden staatlichen Energiesparreglements
ungeachtet der jahrhundertelangen Erfahrung im Gebäudebestand.
Der von uns befragte Experte für Energieprobleme in alten Häusern und deshalb auch
Mitglied eines Beraterkreises der Deutschen Burgenvereinigung scheut sich nicht, Pfusch
beim Namen zu nennen und geizt nicht mit Ratschlägen zur Abwehr unangemessener
Forderungen und obrigkeitlicher Zwänge. Er gibt aber auch auf eigene Erfahrungen
gestützte Antworten auf die ebenso hochaktuelle wie brisante Frage nach einer objektiv
sinnvollen energetischen Pflege des Gebäudebestandes gerade auch in privater Hand.
(Dr. Hagmann, Ehrenpräsident H&G)
Frage: Unsere Altbauten sollen sich nun dank EnEV durch Dämmen und Dichten in
Energiesparbüchsen verwandeln. Wird das funktionieren?
KF: Der amtliche Dämmzwang erzwingt Pfusch: Die vorgeschriebenen Dämmschäume,
-gespinste und -steine kühlen nächtlich stark aus, saugen deshalb Kondensat und 'saufen
ab'. Da sie wasserabweisend beschichtet sind und nur Dampf hereinlassen, das eingedrungene
Wasser jedoch mangels Kapillaraktivität nicht mehr hinaus, werden sie zu schimmeligen,
veralgten Wasserfallen. Die Plastikfarben werden deswegen herstellerseits mit
wasserlöslichen Giften vermischt. Sind diese in den Vorgarten ausgewaschen, wuchern die
Fassadenpa-rasiten. Viele Dämmstoffe sind brennbar, trotz gifthaltiger
Brandschutzausrüstung. Obendrein sinkt der Schallschutz gedämmter Fassaden. Für die
Bauqualität, Umwelt und Wohnge-sundheit bringt das alles nichts, Energie spart das nie.
Frage: Und wie steht es mit der Nachhaltigkeit?
KF: Die Dämmbauweise ist kurzlebig. Etwa 80 Prozent der Leichtbauten sind Sondermüll,
von der Brandgefahr ganz zu schweigen. Die feuchte- und windbedingte Bewegungsfreude von
Holzkonstruktionen in Wand und Dach beansprucht die rißgefährdete Klebedichtung.
Nässeschäden folgen. Auch die teuren Isoliergläser sind Wegwerfkonstruktionen - sie
erblinden durch unausweichliche Innenkondensation. Besonders nachhaltig ist das nicht.
Frage: Aber es heißt doch, wir müssen so bauen, um das Klima zu retten!
KF: Die Klimasimulanten beschwören den Weltuntergang: Der Brennstoffvorrat wird bald
ausgehen. CO2, ein Gas und Pflanzennährstoff, soll wie Glas Wärme reflektieren können
und die Atmosphäre aufheizen. Wetterwechsel und Überschwemmung seien menschengemacht.
Aber: Keine Voraussage der 70er, als diese Märchen aufkamen, hat sich je bewahrheitet.
Öl- und Gasreserven werden ständig neu entdeckt und nach neuesten wissenschaftlichen
Erkenntnissen aus unerschöpflichen Rohstoffquellen ständig wieder aufgefüllt. CO2, ein
Luftbestandteil von nur 0,03%, ist übrigens viel schwerer als Luft und in den oberen
Luftschichten deshalb kaum nachzuweisen. Erwärmtes CO2-Gas steigt zur Abkühlung nach
oben, ist dort weder Reflektor noch Kuscheldecke und schmilzt aus 6 km Höhe mit minus 18
Grad ebensowenig die Gletscher wie die Lagerfeuer der Eiszeitjäger. Und die alten
Hochwassermarken sind weit höher als heute. Bis Norwegen florierte im Mittelalter der
Weinbau. Kurz: eine globale Erwärmung erhöht schlimmstenfalls die Anbauerträge.
Frage: Die Energiesparbauweise ist subventioniert. Wird sie dadurch wenigstens
wirtschaftlich vertretbar?
KF: Der amtliche 'Gebäudewärmeschutz' bleibt trotzdem wirtschaftliches Harakiri. Die
Investition rentiert sich nicht, das verstößt gegen das Energieeinsparungsgesetz. Die
Praxis beweist: gedämmte Altbauten sparen keine Energie. Unsere Langzeituntersuchungen im
gedämmten Baubestand und das Lichtenfelser Experiment haben nachgewiesen, dass
Dämm-stoffe aus Mineralwolle und Polystyrol gegen Temperaturveränderungen - und darum
handelt es sich sowohl beim Heizen als auch beim sommerlichen Wärmeschutz - wenig
bewirken. Auch die Öko-Energien und Anlagentechniken zur Wärmerückgewinnung und
Solarausbeute sind nur durch das Lockmittel Subvention und Zwangseinspeisung abzusetzen.
Ihre Unwirt-schaftlichkeit wird damit kaum gemildert. All das ist in Fachkreisen bekannt,
wird aber der pseudoökologisch vergackeierten Öffentlichkeit verheimlicht. Lieber
blockiert man die Solarein-strahlung in Bauwerke durch Verpackungsmüll und läutet
gleichzeitig das Solarzeitalter ein.
Frage: Was macht der Bauherr, wenn sich die vom Energieberater und der
Dämmstoffindustrie versprochene Energieeinsparung nicht einstellt?
KF: Aktuelle Urteile zeigen: für Vermieter, Planer und Ausführende besteht ein hohes
Prozeßrisiko. Unwirtschaftliches, bauzerstörendes und gesundheitsriskantes Dämmen und
Dichten nach Vorschrift wird also vorwiegend die rechtsberatenden Berufe fördern, nicht
den Klimaschutz.
Frage: Die Bauwerke sollen künftig noch dichter werden. Was heißt das für die
Wohngesundheit?
KF: In Wirklichkeit soll Dichten die zunehmenden Feuchteschäden der Barackenbauweise
verringern. Die abisolierten, bestenfalls künstlich gelüfteten Räume machen die
Bewohner aber krank. Neben der hohen Giftbelastung aus modernen Baustoffen bevölkern viel
zu viele Milben, Keime, Schimmelpilze und Algen inzwischen fast jedes zweite Haus. Bald
sind wir Weltmeister in Asthma und Allergie. Dafür ist auch die EnEV verantwortlich.
Frage: In Schweden soll die dichte Dämmbauweise doch glänzend funktionieren,
stimmt das?
KF: Von wegen. Erst mußte dort jedes Einfamilienhaus gedämmt werden, als es
durchnäßte, wurde Lüftungseinbau verordnet, als darauf Bewohner an Allergieschocks
starben, folgte die bisher letzte Zwangsverordnung: ständige Entkeimung der
Lüftungsanlage durch Kammerjäger. Der Hausbesitzer zahlt´s ja.
Frage: Nach dem Umweltmediziner Prof. Schata verursacht die dichte Bauweise
jährlich 80 Millionen Mark gesamtwirtschaftliche Folgeschäden. Ist da was dran?
KF: Die IFO-/RWI-Studie "CO2-Minderungsstrategien" errechnet sogar
gesamtwirtschaftliche Verwerfungen als Folge des verfassungswidrigen Behördenzwangs. Wenn
man nur an den sinnlosen Energieverbrauch rund um den Dämmwahn denkt, an dessen Bau- und
Gesundheitsschäden, erscheint das logisch. Die Prozeßkosten, die Folgen von Dämmstoff-
und Leichtbaubränden, die Sondermüllentsorgung, die Fassadenzerstörung durch
Dämmstoffbeklebung - das gehört ja noch dazu. Da die Fassadenverpackung oft von
Niedriglohnempfän-gern ausgeführt wird, liefern auch die versprochenen Arbeitsplätze
nur wenig für unser Sozialsystem.
Frage: Nach der Rechtslage muß der Vermieter die aktuellen
Gesundheitsvorschriften auch in bestehenden Mietverhältnissen sicherstellen. Was heißt
das für die dicht gedämmten Bauten?
KF: Zunehmend entdecken die Raumluft-Gutachter den durch Schimmel, Schadstoffe und
immer zu hohe Wohnungskosten geplagten Mieter als Kunden und bieten sogar Hilfe im
Rechtststreit gegen den Hausbesitzer. Die Mieterverbände empfehlen dann Mietminderung.
Auch die Baukostenumlegung auf den Mieter wird so immer schwerer, besonders wenn die
Warmmiete steigt anstelle zu sinken. Der aktuelle Wohnungsmarkt hat wenig Platz für
modernisierungsbedingte Mietsteigerungen. Das falsche Sanieren verschärft das
Konfliktpotential. Der falsch berechnete Gebäude-Energiepaß liefert dem Mieter dazu eine
scharfe Waffe.
Frage: Wie reagieren die Architekten auf diese Entwicklung?
KF: Unsere Kritik am EnEV-Entwurf verhallte ungehört. Viele Branchen profitieren ja
vom Investitionszwang. Auch manche Planer versuchen sich als Klimaschutzapostel. Die
Rechtslage zwingt uns aber, uns weiter mit den Ausnahmen der EnEV vertraut machen, um den
Bauherrn pflichtgemäß wirtschaftlich und technisch zu beraten und im Befreiungsverfahren
sachge-recht zu betreuen.
Frage: Wie sollte denn energiesparend gebaut und instandgesetzt werden?
KF: Wirtschaftliches Energiesparen funktioniert ohne Bußgeldzwang. Besser sollte der
echte Niedrigverbrauch anstelle energieverschwendender Pfuschkonstruktion verordnet
werden.
Frage: Was hat sich hier bewährt?
KF: Speicherfähige Massivbauten mit Fenstern ohne Dichtlippe und Isoglas verwerten die
Heiz-, aber auch die Solarenergie am besten. Sie sind im Winter warm, im Sommer kühl. Die
meisten Altbauten kann man also in Ruhe lassen. Ihr Wärmebedarf ist doch viel geringer,
als berechnet. Als Heizung ist die Hüllflächentemperierung vorteilhaft: Das Haus bleibt
schimmelfrei. Die behagliche Strahlungswärme bedingt geringere Lufttemperatur und
Wärmeverluste. Schon Einfachglas reflektiert Wärmestrahlung zu 100%, Wärmeschutzgläser
sind also nicht notwendig. Kunstharzversprödete Holzfenster sollte man besser entlacken
und mit Leinölfarbe nachhaltig sanieren und nicht gegen kurzlebige Plastikkonstruktionen
austauschen. Auch die unrentable und störungsanfällige Lüftungs- und Solar-High-Tech
darf entfallen. Die bewährte Fassadenreparatur ersetzt nässestauende Beschichtungen
durch kapillaroffenen Kalkputz und -anstrich. All das spart Energie und Kosten.
Frage: Wo erhalten unsere Leser weitere Aufklärung zu diesem Themenkomplex?
KF: Zur technischen Aufklärung der Bauwelt veröffentlicht unser Beirat für
Denkmalerhaltung der Deutschen Burgenvereinigung Praxis-Ratgeber auch zu
Energiesparfragen. Man bekommt sie bei der Deutschen Burgenvereinigung e.V., Marksburg,
56338 Braubach a. Rhein, Tel. 02627-536 oder im Internet: www.deutsche-burgen.org.
Vertiefende Informationen aus Wissenschaft und Praxis bieten auch meine "Altbau und
Denkmalpflege Informationen":
::
www.konrad-fischer-info.de
Dipl.-Ing. Konrad Fischer, Architekt BYAK, Hauptstr. 50, 96272 Hochstadt a. Main
Tel:: 09574-3011, Fax: -4960
Im Internet: Kommentar mit Link zur Richtlinie als pdf in
::
www.konrad-fischer-info.de/7wsvoant.htm#Energieeffizienz
Haus & Grund
Das Magazin für Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer
Ausgabe NRW/RLP, Januar 2003, S. 9 ff
nach oben